12.04.2018 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Bio Suisse
Schweiz hat 386 Bio-Betriebe mehr
Bio Suisse hat heute auf dem Hof Schüpfenried der Familie Sahli in Uettligen BE bei Bern den Jahresbericht vorgestellt. Die Bio-Suisse-Führung konnte ein weiteres Wachstum der Schweizer Bio-Produktion verkünden.

Hier die wichtigsten Punkte der heutigen Jahresmedienkonferenz der Dachorganisation der Schweizer Biobauern in Uettligen BE:

  • 2017 waren 279 Bio-Betriebe mehr registriert als 2016.
  • Per Anfang 2018 haben sich 386 Betriebe dazu entschieden, auf Bio-Landbau umzustellen. «Das ist ein grosser Schritt», betonte Geschäftsführer Bärtschi.
  • Die biologisch bewirtschaftete Nutzfläche ist im Jahr 2017 um rund 11’000 Hektar auf 151'000 Hektaren gewachsen. Neu beläuft sich der Anteil der biologischen Nutzfläche in der Schweiz 14,4 Prozent.
  • «Bio ist der Nische entwachsen, auch wenn der Bio-Markt nur rund 9 Prozent des Schweizer Lebensmittelmarkts ausmache», sagte Bio-Suisse-Geschäftsführer Daniel Bärtschi.  Er erwartet für die nächsten Jahre ein weiteres Wachstum des Bio-Marktes.
  • Eine Studie zum Thema Nachhaltigkeit auf 185 Bio-Suisse-Betrieben durch das Fibl hat laut Bärtschi ergeben, dass die grosse Mehrheit der Knospe-Betriebe bei den meisten Nachhaltigkeits-Kriterien gute bis sehr gute Leistungen aufweist.
  • Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli bekräftigte das Ziel von Bio Suisse: Im Jahr 2025 soll jeder vierte Schweizer Bauer ein Bio-Bauer sein, der Anteil von Bio am Schweizer Lebensmittelmarkt soll bei 15 Prozent liegen.
  • Brändli möchte mit Gemeinden, Städten, Kantonen oder mit dem Bund Projekte entwickeln, die den Konsum von Bioprodukten in der Gemeinschaftsgastronomie fördern. In Deutschland und Dänemark laufe da bereits mehr als hierzulande.
  • Die Gesamtschau des Bundesrates sei sicher keine Glanzleistung, so Präsident Brändli. Aber dass man deswegen die ganze Weiterentwicklung aufhalten wolle und die nächste Reformetappe hinter das Jahr 2022+ schieben wolle, könne Bio Suisse nicht nachvollziehen. Bereits sei viel Arbeit dafür geleistet worden. Die Welt sei seit 2013 nicht stehengeblieben.   
  • Marketingchef Jürg Schenkel erklärte, dass Bio Suisse letztes Jahr in einer Social-Media-Kampagne mit Erfolg auf das Thema Tierwohl gesetzt habe (z. B. Film Kuhbürste – Fernmassage für Bio-Kühe). 
  • Der Bio-Markt wuchs im letzten Jahr um 8,1% auf 2,707 Milliarden Schweizer Franken. Mit 320 Franken für Bioprodukte pro Kopf und Jahr ist die Schweiz erneut Bio-Weltmeister. 
  • Laut Schenkel ist das wichtigste Segment im Bio-Markt mit zwei Dritteln nach wie vor die Frischprodukte. Doch die verarbeiteten Produkte legen seit fünf Jahren überdurchschnittlich zu.
  • Coop bleibt der Marktleader im Bio-Markt Schweiz. Er hatte 2017 einen Marktanteil von 44.3%. Die Migros wuchs allerdings beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr stärker (9,9% gegenüber 7.2% bei Coop) und kommt neu auf 32,8%. Das hat sicher mit den vielen importierten Al-Natura-Produkten zu tun, welche die Migros in den Regalen prominent platziert.
  • Die Direktvermarktung legte ebenfalls um 9,1% zu. Trotzdem ist der Anteil der Direktvermarktung am Gesamtmarkt bei nur 5,3%. Direkt verkauft wurden Waren im Wert von 144 Millionen Franken. 
Grosser Zuwachs in den Kantonen Waadt, Genf und Jura

Im Jahr 2017 produzierten 279 zusätzliche Betriebe gemäss den strengen Bio Suisse Richtlinien. Die Hälfte der neuen Knospe-Betriebe verteilen sich auf die vier Kantone Bern (+44 Betriebe), Waadt (+42 Betriebe), Luzern (+29 Betriebe) und St. Gallen (+26 Betriebe). Zehn bis zwanzig neue Knospe-Betriebe verzeichneten die Kantone Thurgau (+17 Betriebe), Freiburg (+16 Betriebe), Wallis (+16 Betriebe), Aargau (+15 Betriebe), Jura (+14 Betriebe) und Solothurn (+10 Betriebe). Ein Wachstum von über 10 Prozent im Verhältnis zu den bestehenden Knospe-Betrieben war in der Waadt (+20 Prozent), in Genf (+16 Prozent) und im Jura (+11 Prozent) zu beobachten.
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