31.07.2014 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Umwelt
Schweiz nutzt mehr Land im Ausland als im Inland
Die Schweiz «exportiert» ihre Umweltbelastung immer mehr. Dies, weil sie Güter importiert, anstatt sie selber zu produzieren. Das gilt auch für Lebensmittel. So nutzt die Schweiz mehr Land im Ausland als im Inland.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat im Rahmen einer Forschungsstudie erstmals die Entwicklung der Gesamtumweltbelastung des schweizerischen Konsums in der Zeit von 1996 bis 2011 berechnen lassen.

Probleme «exportiert»

Während die Belastung im Inland im untersuchten Zeitraum abnimmt, belastet unser Konsum immer stärker die Umwelt im Ausland. Die Schweiz lagert also immer mehr Umweltbelastung ins Ausland aus. Waren es im Jahr 1996 noch 56%, so stieg der Anteil bis 2011 auf 73%. Auch der zunehmende Import von Lebensmitteln trägt zum Export der Umweltbelastung bei.

«Bei der Gesamtumweltbelastung nimmt die Bedeutung des Aussenhandels über die Jahre zu. Wesentlicher Treiber für die Umweltbelastung des Aussenhandels ist der Warenhandel mit Erdölprodukten, Metallen, Chemikalien und tierischen und pflanzlichen Produkten», heisst es in der Studie.

Mehr Land im Ausland

Zur Deckung ihrer Bedürfnisse ist die Schweiz auf die Nutzung von Land im Ausland angewiesen. Der in dieser Studie genutzte Indikator zeigt dabei den Landverbrauch gemäss seinem Schadenspotenzial auf die Biodiversität. «Demnach nutzt die Schweiz deutlich mehr Land im Ausland als im Inland, und das Ausmass hat in den letzten 15 Jahren deutlich zugenommen», schreibt das Bafu.

Die im Inland anfallende  Belastung nimmt im untersuchten Zeitraum hingegen deutlich ab, was jedoch durch die im Ausland verursachte Umweltbelastung weitgehend kompensiert wird, da diese ebenso deutlich zunimmt. Das zeigt sich etwa am Beispiel der Wassernutzung. Gemessen an den vorhandenen Ressourcen verbraucht die Schweiz im Inland keine problematisch grossen Mengen an Wasser. Der Konsum der Schweiz trägt jedoch durch Importgüter zunehmend zur lokalen Wasserknappheiten im Ausland bei.

Grosse Unterschiede

Die verschiedenen Gruppen von Lebensmitteln belasten die Umwelt ziemlich unterschiedlich. Der Konsum von Fleisch- und Milchprodukten, der ungefähr 30% der konsumierten Menge aller Lebensmittel ausmacht, ist  für mehr als 40% der Gesamtumweltbelastungen durch den Lebensmittelkonsum verantwortlich.

50% des Gesamtkonsums in Tonnen sind Getreideprodukte und Kartoffeln, Früchte, Gemüse, Stärke, Zucker und Nüsse. Diese Lebensmittel verursachen jedoch nur gerade 15% der Gesamtumweltbelastungen aus dem gesamten Lebensmittelkonsum.

«Problem» Kaffee

Kaffee belastet trotz des verhältnismässig kleinen konsumierten Volumens die Umwelt relativ stark. Dies lässt sich anhand des Konsums einer Tasse Kaffee veranschaulichen: Die gesamte Wertschöpfungskette reicht vom Anbau der Kaffeepflanzen über die Gewinnung, die Röstung und den Transport der Bohnen sowie die Produktion der Kaffeemaschine selber bis zum Verbrauch von Strom und Wasser für das Getränk und die Entsorgung der Abfälle. Für die Tasse Kaffee fallen somit an ganz verschiedenen Orten Umweltbelastungen an, zu einem grossen Teil im Ausland. sam

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