25.04.2019 09:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Setzen Sie soziale Medien ein?
Soziale Medien werden in der Schweiz sehr rege genutzt. Die verschiedenen Kanäle wie Facebook, Instagram, Youtube oder Twitter bieten auch den Bauern Chancen. Nutzen Sie für Ihren Betrieb die sozialen Medien? Oder lassen Sie die Finger davon? Abstimmen und mitdiskutieren

Soziale Medien nutzen fast die meisten von uns. Facebook, Twitter, Instagram, Youtube, Snapchat etc. sind kaum mehr wegzudenken. Soziale Medien unterscheiden sich deutlich von den klassischen Medien wie Zeitungen oder Fernsehen. Während es bei den Massenmedien sind die Rollen von Anbieter (Sender) und Nutzer (Empfänger) in der Regel nicht tauschbar. Bei sozialen Medien hingegen können Nutzer Sender wie auch Empfänger sein. Die Partizipation und die Kommunikation der Nutzer prägen die sozialen Medien.

Am Alltag teilhaben lassen


Auch in der Landwirtschaft haben diese Kanäle Einzug gefunden. Und sie bieten Chancen. «In den sozialen Medien können Bauern ihre Sicht der Dinge selber darstellen – und zwar ungefiltert. In den Medien hingegen dominiert die Sicht von Journalisten, welche die Informationen oftmals von Verbandsvertretern beziehen», sagte Jutta Zeisset, die das Buch «Social Media für Landwirte – Facebook, Snapchat & Co.» mitverfasste, zum Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID).

«Bauern können die Leute an ihrem Alltag teilhaben lassen, direkt live aus dem Stall oder vom Feld berichten und sagen, was gerade so läuft. Dadurch schaffen Landwirte Transparenz und Vertrauen», sagte Co-Autor Thomas Fabry. Bauern seien gute Botschafter, nur würden sie sich oft verstecken. Wichtig bei den Beiträgen ist die Authentizität. Ein perfektes, aufgemöbeltes Bild ist nicht nötig. Auch heikle Themen sollen angesprochen werden, raten die Experten. Doch man sollte die Kräfte nicht verzetteln. «Auf allen Plattformen mal drauf los zu kommunizieren, ist nicht zu empfehlen. Man sollte auf derjenigen Plattform beginnen, die einem am meisten Spass macht», so Zeisset.

Kühe zu Stars machen

Auch zahlreiche Schweizer Bauern nutzen soziale Medien, so beispielsweise Marina Boller. Sie veröffentlicht Bilder von ihren Kühen auf der Plattform Instagram. Sie begeistert damit Tausende Fans auf der ganzen Welt. Die Bäuerin will Kühen zu mehr Wertschätzung verhelfen.

Marina Boller will mit ihren Bildern Einblick in das Leben auf ihrem Bauernhof geben. Vor allem aber möchte sie zeigen, was für liebevolle Tiere Kühe sind. «Die Wertschätzung gegenüber Nutztieren sollte viel höher sein», betont die Bäuerin gegenüber dem LID. Die Bäuerin vom Hof Habsburg veröffentlicht aber nur Bilder, die etwas hermachen.

Kunden in Hofladen locken

Gemüsegärtner Pascal Gutknecht aus Ried bei Kerzers FR nutzt Social Media, um seine Kundschaft im Hofladen für frische, regionale Produkte zu begeistern. Beiträge auf Facebook postet er deshalb vor allem während der Anbausaison.

Für einen Film von der Aussaat der Karotte benötigt er mit dem Schnitt rasch einmal eine Stunde Bearbeitungszeit. Auch er achtet strikt auf Authentizität. Er nutzt Facebook wie auch Instagram. Für den Hofladen ist aber Facebook wichtiger. Die Wirkung der Facebook-Posts erstaunt Gutknecht immer wieder. Beispielsweise wenn der erste Spargel aus der Region aufgelegt wird: «Dann dauert es nach der Veröffentlichung auf Facebook keine halbe Stunde und die ersten Spargelfans stehen im Laden», sagt er zum LID.

Auch Vanessa Jenni aus Bangerten BE nutzt die sozialen Medien für ihren Betrieb. Auf Facebook postet sie regelmässig Fotos und Videos aus dem Betriebsalltag. «Für unseren Betrieb scheint mir Facebook der beste Social-Media-Kanal zu sein», sagte sie zu «Schweizer Bauer». «Ich poste etwa einmal pro Woche etwas. Häufig ist es ein kurzes Video oder ein Foto mit einem kleinen Kommentar dazu», fährt sie fort.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Nutzen Sie die sozialen Medien für Ihren Betrieb? Oder sehen Sie keinen Nutzen darin für Ihren Betrieb? Abstimmen und mitdiskutieren

Facebook

Bei Facebook kann jeder angemeldete Nutzer Inhalte publizieren. Dabei können Statusmeldungen gleichermassen wie Fotos, Videos und Links zu anderen Webseiten veröffentlicht werden. Wer die Inhalte einsieht, bestimmt jeder Nutzer für sich. Auch ein privater Chat zwischen den Usern ist möglich. Unternehmen nutzen Facebook, um sich mit Ihren Fans oder Kunden auszutauschen und in informativer und serviceartiger Weise Inhalte zu teilen. Nutzer in der Schweiz: 3,8 Millionen (2018)

Instagram

Instagram bietet zahlreiche Fotofilter an, die Bildbearbeitung für jedermann machbar werden lassen. In der Regel sind Instagrambilder erkennbar an starken Kontrasten und einer quadratischen Form. Instagram gehört zu Facebook. Nutzer in der Schweiz: 2,5 Millionen (2018)

Twitter

Twitter ist ein Mikroblogging-Dienst, über den Nachrichten an eine Community gesendet werden können. Diese sogenannten Tweets sind auf 280 Zeichen begrenzt. Grundgedanke des Mediums war es, live von sämtlichen Personen mitzubekommen, was passiert. Mehr Zeichen wurden hierfür nicht angedacht. Nutzer in der Schweiz: 920'000 (2018)

Youtube

Auf Youtube kann man Videos hochladen und unkompliziert auf anderen Seiten einbetten. Für Unternehmen bietet Youtube die Möglichkeit, sich als Experte zu positionieren und in Videos einen emotionalen Bezug zu Usern herzustellen. Nutzer in der Schweiz: 6,5 Millionen (2018)

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