13.05.2015 15:39
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
SMP: Milcherlöse ruinös
Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) hat sich anlässlich der Mai-Sitzung mit der Milchmarkt-Lage befasst. Die Milcherlöse seien ruinös, teilen sie mit. Der SMP-Vorstand fordert Hilfe vom Bund beim Schoggigesetz. Verstärkt wird die Organisation in der Kommunikation.

Das tiefe Preisniveau auf den internationalen Märkten und der EU sowie der schwache Euro würden den Schweizer Milchbauern massiv zusetzen, schreibt die SMP am Mittwoch in einem Communiqué. Die Molkereimilchpreise seien auf ein „unhaltbar tiefes Niveau gefallen.“ Gemäss der Organisation werden pro Kilo Milch knapp 50 Rappen, teilweise gar weniger bezahlt. Preise in dieser Grössenordnung seien ruinös.

Gut strukturierte Betriebe hören auf

„So können auch gut strukturierte und rationell wirtschaftende Betriebe im teuren Schweizer Kostenumfeld bei weitem nicht kostendeckend Milch produzieren“, so die deutliche Botschaft der SMP. Diese tiefen Preise nagen an der Substanz. „Viele Betriebe werden sich das nicht lange leisten können oder leisten wollen.“ Das dürfte dazu führen, dass Milchbauern Alternativen mit besserem Erlös und weniger Arbeitsaufwand ins Auge fassen.

Von den Branchenpartnern fordert die SMP, dass der Richtpreis für A-Milch ab 1. Juli 2015 unverändert bei 68 Rappen belassen wird. Zudem solle der effektive Milchpreis in der zweiten Jahreshälfte wieder an den Richtpreis herangeführt werden

Ein Lob auf die Lactofama

Ein wenig besser präsentiert sich die Lage bei Milchproduzenten für Sortenkäse. Die Preise für silofreie Milch hätten sich einigermassen gehalten, hält die SMP fest. Dazu beigetragen hat gemäss der Organisation auch die Lactofama. Eine „bedeutende“ Menge Milch aus den Produktionseinschränkungen bei den Käsereimilchproduzenten habe aus dem Markt genommen werden können.

Der Milchmarkt hat gemäss SMP im Februar damit entlastet werden können. Eine weitere Milchpreissenkung konnte gemäss der Schlussfolgerung der SMP verhindert werden.

Personelle Verstärkung

Erneut bekräftigt hat der SMP-Vorstand die Forderung für einen ausreichenden Nachtragskredit von rund 26 Millionen Franken für das Schoggigesetz, damit der in Aussicht gestellte Deckungsgrad von 85 Prozent erreicht werden kann.

Zudem hat der SMP einen neuen Leiter der Stabsstelle Kommunikation gewählt. Reto Burkhardt, derzeit persönlicher Berater des Chefs von der Forschungsstelle Agroscope Michael Gysi, wechselt Anfang Oktober 2015 zu den Schweizer Milchproduzenten. Dieser soll die Direktion entlasten und personelle Engpässe beseitigen.

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