25.06.2018 17:33
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Sömmerung
So vermeiden Sie Beitragskürzungen
Eine zu hohe Tierbelegung auf der Alp führt zu einer Kürzung von 25 Prozent bis zur Streichung der Sömmerungsbeiträge.

Bereits ist der Alpsommer mehrere Wochen im Gange. Noch haben die Älpler die Gelegenheit, ihre Normalstösse mit dem Normalbesatz zu vergleichen und, falls notwendig, den Tierbestand anzupassen.

Normalstoss überprüfen

Als Bewirtschafter kann man im sogenannten GVE-Rechner in «agate.ch» den aktuellen Stand an Normalstössen überprüfen. Das gilt für das Rindvieh und für die Pferde. Wer Ziegen, Milchschafe oder weitere Raufutterverzehrer sömmert, muss diese immer noch von Hand erfassen. In den Agrardaten jedes Sömmerungsbetriebes kann der verfügbare Normalbesatz eingesehen werden.

Kürzung der Beiträge


Die Auslastung in Prozent des Normalbesatzes ist massgebend für die ausbezahlten Sömmerungsbeiträge. Damit es im laufenden Jahr nicht zu Beitragskürzungen kommt, darf der verfügte Normalbesatz nicht um mehr als 10 Prozent überbesetzt werden. Bei einer Überbesetzung von 10 bis 15 Prozent wird der Sömmerungsbeitrag um 25 Prozent reduziert. Übersteigt die Bestossung den Normalbesatz um mehr als 15 Prozent, so wird der Beitrag sogar gestrichen.

Wird der verfügbare Normalbesatz mit weniger als 75 Prozent Normalstössen ausgelastet,  werden die Beiträge nach dem tatsächlichen Besatz berechnet. Beispiel: Eine Alp hat einen Normalbesatz von 40 Normalstössen zur Verfügung. Um von den maximalen Beiträgen profitieren zu können, muss der Besatz an Normalstössen wie  folgt betragen:  maximal 44 oder mindestens 30.   

Die Alpwirtschaftsfläche der Schweiz umfasst rund 465'000 Hektaren. Sie wird von etwas über 7000 Betrieben mit rund 300'000 Normalstössen gesömmerter Tiere bewirtschaftet.

Vom Normalstoss bis zur Alpkuh

Ein Normalstoss entspricht der Sömmerung einer raufutterverzehrenden Grossvieheinheit während 100 Tagen. Der Normalbesatz ist der einer nachhaltigen Nutzung entsprechende Tierbesatz, umgerechnet in Normalstösse und wurde vom Kanton für jeden Sömmerungsbetrieb festgelegt. Für einen Normalstoss mit Rindern erhält der Älpler 400 Franken. 

Dieser Sömmerungsbeitrag wird für raufutterverzehrenden Nutztiere, mit Ausnahme von Bisons und Hirschen, auf anerkannten Sömmerungs- und gemeinschaftsweidebetrieben im Inland ausgerichtet. Der Alpungsbeitrag von 370 Franken pro gesömmerten Normalstoss  und Jahr wird dem Ganzjahresbetrieb ausgerichtet. Damit erhält  er einen Anreiz, seine Tiere auf einen Sömmerungsbetrieb zur Sömmerung zu geben. Die Sömmerung ist nicht nur von Rindern, sondern auch von Milchkühen ist nicht zuletzt aufgrund der Beiträge wirtschaftlich interessant. Damit die Sömmerung ein Erfolg wird und alle Beteiligten im Herbst zufrieden sind, sind die Qualität und die Verkaufserlöse der Alprodukte neben einer gesunden Kuh die wichtigsten Faktoren der Milchkuhsömmerung. Die Wahl der idealen Alpkuh ist entscheidend. hal

 

 

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