25.11.2014 06:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milchmarkt
So viel melken, wie man will
Die Emmi bietet ihren Lieferanten an, 2015 so viel Milch zu produzieren, wie sie wollen. So können sie auch mehr A-Milch liefern.

Ein Anruf auf die Nummer 071/642 39 31 war bis vor Kurzem die erste Wahl für zahlreiche Milchproduzenten, die deutlich mehr als das angestammte Kontingent oder Lieferrecht melken wollten. Bei der Arnold Produkte AG konnte es dann heissen: «400'000 Kilogramm? Wollen Sie nicht gleich auf 500'000 gehen?»

Vertragsmengenmodell

Zahlreichen Milchproduzenten aus der ganzen Schweiz bot und bietet Milchhändler Walter Arnold die Möglichkeit zum Wachstum. Um nicht noch mehr grosse Lieferanten zu verlieren, reagierten andere Milchhandelsorganisationen. Das jüngste Beispiel sind die Emmi-Direktlieferanten (058/227 19 18), die in den letzten Tagen einen Brief erhielten, der dem «Schweizer Bauer» vorliegt.

Auf Januar 2015 bietet Emmi ihren Direktlieferanten den freiwilligen, aber definitiven Wechsel ins sogenannte Vertragsmengenmodell an. Wie viel man im Jahr 2015 melken will, kann man von Hand selbst eintragen. Reto Hübscher, Leiter Milch- und Rahmbeschaffung bei der Emmi Schweiz AG, bestätigt, dass die Menge nach oben offen ist.

Emmi rechnet mit 13 Prozent C

Wer in dieses Mengenmodell wechselt, kann die gewünschte Jahresmenge alljährlich neu anmelden. Es gilt für ihn dann aber die Emmi-Standardsegmentierung (im Januar sind dies 68% A, 22% B und 10% C); ein Verzicht auf C-Milch ist nicht möglich. Anders bei den Lieferanten, die weiter innerhalb des Mengenreglements melken wollen. £

Diese können wie bereits 2014 auf C-Milch verzichten. Dann jedoch dürfen sie weniger Milch abliefern, auf 13 Prozent ihres Grundrechts müssen sie verzichten. Wer zusätzlich auf alle B-Milch verzichtet (19%), darf noch einmal entsprechend weniger Milch abliefern. Der C-Preis bei Emmi betrug im November übrigens 20,1 Rp./kg. 

Andere reagierten früher

Mehrere Mitbewerber der Emmi-Direktlieferanten haben ihre Reglemente bereits angepasst. Die Aaremilch (032/332 89 00) hat per 1. Januar 2014 die Monatsvertragsmenge (MVM) eingeführt, als deren Basis die produzierten Mengen 2012 und 2013 herangezogen wurden. «Die Menge, welche über der MVM geliefert wird, übernehmen wir zum B-Preis. Ab 1. Januar 2015 reden wir nicht mehr vom B-Preis, sondern vom Preis für Übervertragsmenge», so Aaremilch-Geschäftsführer Donat Schneider.

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (041/429 39 00) (ZMP) haben per 1. Juni 2014 die Vertragsmengen ihrer Direktlieferanten neu berechnet, und zwar wurde in der rückwirkenden Betrachtung die während eines Jahres gemolkene B-Menge der A-Menge zugeteilt. Produzenten dürfen diese neue A-Menge überschreiten, erhalten dafür aber den B-Preis (der sich je nach Saison aus B- und C-Milch nach BOM ergibt). Eine Arbeitsgruppe diskutiere derzeit die zukünftige Mengenführung bei den ZMP, teilt Geschäftsführer Pirmin Furrer mit

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