29.03.2017 18:25
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Solothurn
SOBV gegen Hochwasserschutz-Projekt
Der Solothurner Bauernverband (SOBV) spricht sich gegen ein Projekt zum Hochwasserschutz aus. Der damit verbundene Verlust an wertvollem Kulturland ist laut Verband nicht akzeptabel. Stattdessen wird eine Alternative vorgeschlagen.

Das Projekt des Kantons sieht vor, im Falle eines Hochwassers grosse Flächen des Gäus zwischen Oensingen, Kestenholz und Niederbuchsiten  zu überfluten. Das Hochwasser soll in Oensingen über einen Dücker unter der Autobahn hindurchgeführt werden. Massive Dämme sollen die Siedlungsgebiete der Gemeinden schützen. Das Wasser soll zwischen der Autobahn und den zu erstellenden Dämmen bis zu 4.5m hoch gestaut werden. 

Für den SOBV sei der mit diesem Projekt verbundene Verlust von wertvollem Kulturland nicht akzeptabel, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. Stattdessen schlägt der Bauernverband vor, bei ausgebeuteten Kiesgruben auf eine vollständige Auffüllung zu verzichten und diese als Rückhaltebecken im Falle von Hochwasser zu nutzen. "Die vorgeschlagene Lösung hat nicht nur den Vorteil, dass bei einem Hochwasser weniger Kulturland überflutet wird, sondern, dass keine Dämme im Gäu aufgeschüttet werden müssen", schreibt der Verband. Die Dämme würden einerseits wertvolles Kulturland verbrauchen und anderseits einen massiven Eingriff in die Landschaft darstellen.

Der SOBV hat auch Vorbehalte zum Kosten-/Nutzenverhältnis der vom Kanton vorgeschlagenen Hochwasserschutzmassnahmen: Kosten von 70 - 80 Mio. Fr. stehen einem maximalen Schadenpotential von 65 Millionen Franken bei einem Jahrhundert-Hochwasser gegenüber.

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