4.04.2018 12:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Smart Farming
Start mit «TVD» und «Suisse Bilanz»
Die Dokumentations- und Betriebsmanagementplattform Barto hat den Betrieb aufgenommen. Seit Ende März sind die ersten Module nutzbar.

Das Startpaket umfasst das Agate-Login, Rindermeldungen an die TVD und das Berechnen der Suisse-Bilanz mit ÖLN- Nachweis, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit.

«Suisse Bilanz» kostenpflichtig

Die Barto-Version 1.0 bieten den Bauern die Module «Rinder TVD» und «Suisse Bilanz». «Rinder TVD» umfasst die Anzeige des Tierbestandes mit einer grafischen Übersicht über den Status der Tiergeschichten und die wichtigsten Rindermeldungen. Es arbeitet ohne die Browser-Erweiterung Silverlight, eine Installation entfällt somit. Das Modul «Rinder Tierverkehr» kann gratis genutzt werden.

Ebenfalls seit Ende März in Betrieb ist das Modul «Suisse Bilanz». Landwirte können eine Plan- und Kontrollbilanz erstellen. Integriert im Modul ist auch der Ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) der Fruchtfolgeanteile und der Ökoflächen.  Im Gegensatz zu «Rinder TVD» schlägt die Lizenz zur Nutzung des Pakets «Suisse-Bilanz» mit 43 Franken pro Jahr zu Buche.

Barto verwendet für den Login die Agate-Zugangsdaten. Der User kann für Meldungen über das Bundesportal Agate und Barto die identische Agate Nummer und dasselbe Passwort verwenden. Mit den Agate-Zugangsdaten authentisiert sich der Nutzer auch gleich bei der Tierverkehrsdatenbank.

Datenhoheit soll beim Landwirt bleiben

Die Barto AG mit Sitz in Bern betreibt die Dokumentations- und Betriebsmanagementplattform Barto. Das Unternehmen versteht sich als führende Schweizer Smart-Farming-Plattform. Aktionäre sind derzeit die Identitas AG – Betreiberin der Tierverkehrsdatenbank TVD – und die landwirtschaftliche Beratungszentrale Agridea. Im ersten Halbjahr 2018 sollen die Fenaco, der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) das Aktionariat vergrössern.

Alle Organisationen haben Minderheitsbeteiligungen, keine der Aktionäre soll dominant sein. Mitte März wurde der Präsident der Junglandwirtekommission, Christian Schönbächler, zum Präsidenten des Verwaltungsrates gewählt. Schönbächler gehört keinem Organ der Aktionäre (Identitas und Agridea) der Barto AG an.

«Wir haben uns auf drei Prinzipien geeinigt. Erstens: Niemand soll bei der Barto AG eine Mehrheit haben. Zweitens: Auch öffentlich-rechtliche Daten sollen integriert werden, nicht nur private. Drittens: Alle Technologieanbieter sollen die gleichen Bedingungen haben. In dem wir auf solchen Prinzipien beharren, verleiht der Bauernverband dem Projekt Glaubwürdigkeit», sagte Francis Egger, Leiter des Departements Wirtschaft, Bildung und Internationales beim Schweizerischen Bauernverband, vergangenen Oktober zur «Netzwoche». Die Kontrolle der Daten bleibe beim Landwirt, verspricht Egger.

ADA ist der zweite Anbieter

Neben Barto versucht sich ein zweiter Anbieter auf dem Markt zu behaupten. ADA (Agrar-Daten-Austausch) ist das Projekt von IP-Suisse und Agrosolution und will den Datenaustausch vereinfachen. Dazu werden Schnittstellen zwischen Anwendungen – zum Beispiel zwischen Apps – geschaffen. Die Apps können die Daten untereinander austauschen.

In einem Jahr kann mit ersten Vereinfachungen bei der Dateneingabe gerechnet werden, sagte IP-Suisse Geschäftsführer Fritz Rothen Mitte März gegenüber «Schweizer Bauer». So ist zum Beispiel denkbar, dass IP-Suisse für die Wiesenmilch die Daten von einem Milchviehzuchtverband übernehmen wird.


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