15.06.2013 11:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Thomas Güntert
Zürich
Stechmücken statt Kartoffeln
Das Hochwasser geht langsam zurück, doch die Schäden bleiben. Landwirte müssen mit beträchtlichen Einbussen rechnen.

Dem Elliker Bauern Samuel Frischknecht werden wohl anderthalb Hektaren Kartoffeln verfaulen. Zudem wurden Tausende kleine Fische über das Ufer geschwemmt und verendeten qualvoll in den Feldern. «Fische hatten wir bisher noch keine im Kartoffelacker», sagte Frischknecht, der noch nie so viel Wasser aus den Feldern pumpen musste.

Auch die Wiesen wurden überschwemmt und sind voller Dreck. «Das Gras kannst du keinem Tier mehr zum Fressen geben», weiss er. Er will die geschädigten Flächen einsäen. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis er mit dem Traktor in die Äcker fahren kann, denn der Grundwasserspiegel senkt sich erst mit dem Wasserpegel des Rheins.

«Der Rhein ist träge, wenn der Bodensee voll ist, kann das lange dauern», weiss der Fährmann Hans Zürcher. Wenn der etwa 400 Meter lange Damm, der im Frühling für ein ökologisches Flachufer geopfert wurde, noch stehen würde, wäre lediglich in den tiefsten Stellen Grundwasser gestanden. So sind in den neuen Feuchtgebieten vorzügliche Brutstätten für die Mücken entstanden.

Zürcher befürchtet eine noch grössere Stechmückenplage als im Vorjahr, wodurch er 30 Prozent Umsatz einbüsste. Da der Grenzwert von 100 Larven pro Liter deutlich überschritten wurde, gab die kantonale Baudirektion grünes Licht und streute den Bazillus «Thuringiensis». «Kulturland machen sie bei uns kaputt und importieren lieber Kartoffeln aus Israel», schimpft der Fährmann.

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