27.09.2013 10:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Milchmarkt
Steigende Exporte strapazieren «Schoggigesetz»
Rund 3,3 Millionen Franken fehlen. Schuld sind neue Abrechnungsperioden, mehr Kondensmilch und steigende Exporte.

Im Vergleich zum Vorjahr zeichneten sich beim «Schoggigesetz» deutliche Veränderungen ab, heisst es im «Monatsbericht über die Marktlage bei Milch und Milchprodukten in der Schweiz». Die Abrechnungsperiode erfolgt neu vom November bis Januar, anstelle des Kalenderjahres. Auf Grund der Verschiebung der Abrechnungsperiode kommt es im Verlauf des Jahres zu einer schnelleren Ausschöpfung des Bundeskredits.

Weniger Frischmilch

Gleichzeitig hat sich das Abrechnungsverhalten der Unternehmen deutlich geändert. So werden weniger Frischmilch, Butter und Vollmichpulver, dafür deutlich mehr Rahm und vor allem mehr Kondensmilch (+630%) zur Abrechnung angemeldet. Es wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei teilweise um eine Folge der Verordnungsänderung im Bereich «Einschränkung der erstattungsberechtigten Grundstoffe» handelt. Zudem wird das «Schoggigesetz» im Jahr 2013 deutlich intensiver für Exporte in die EU beansprucht als in den Vorjahren.

Exportzahlen sind aufgrund der Änderungen mit Vorsicht zu behandeln und lassen sich nicht vorbehaltlos mit dem Vorjahr 2012 vergleichen. Trotzdem zeichnet sich im Jahr 2013 ein deutliches Mengenwachstum von über 15 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr ab. Wenn der Erstattungssatz weiterhin bei 90 Prozent aufrechterhalten wird, sieht es düster aus.

Fehlende Millionen

Laut Prognosen der Bundesverwaltung würden dann für den «Milchbereich» bis Ende November gut 3,3 Millionen Franken an Bundesmitteln fehlen. Deshalb werden die Erstattungen für den Rest der Abrechnungsperiode für alle Grundstoffe reduziert. Wie stark die Reduktionen der einzelnen Grundstoffe ausfallen, wird aktuell von der zuständigen Bundesbehörde diskutiert. Für Butter werden voraussichtlich wie bereits im letzten Jahr «Coupons» ausgestellt.

Alle weiteren Grundstoffe könnten in den Genuss von regionalen Fonds, welche durch die Milchproduzenten finanziert werden, kommen. Sollten für kleine Grenzmengen zuwenig Bundesmittel zur Verfügung stehen, werden diese ebenfalls durch die regionalen Fonds unterstützt. Somit sollen den Exporteuren verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ab der neuen Kreditperiode im Dezember 2013 werden die Ansätze normalerweise wieder angehoben.

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