9.10.2020 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrotourismus
Stellplätze auf Bauerhöfen gesucht
Das Reisen im Camper stösst auf immer mehr Interesse. Vom Boom können auch Landwirte profitieren. Landcamp sucht Betriebe, die ab 2021 Stellplätze zur Verfügung stellen.

Die Corona-Pandemie hat die Welt derzeit fest im Griff. Das Virus wirkt sich auch auf das Reiseverhalten der Bevölkerung aus. 

Grosse Nachfrage

Das Reisen im Camper und Wohnmobil findet seit einiger Zeit grossen Anklang. Die Corona-Pandemie hat den Boom verstärkt. Von diesem Trend können auch Landwirte partizipieren. Im Ausland werden auf Plattformen Stellplätze auf Bauernhöfen angeboten. 

Ein solches Angebot will die Landcamp.ch auch in der Schweiz ins Leben rufen. Denn die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot. Die Online-Plattform will auf die Stellplatzangebote, Produkte und Dienstleistungen der Landwirtschaftsbetriebe aufmerksam machen.  

Online-Plattform

Wie landcamp.ch mitteilt, erfolgt die Zusammenarbeit partnerschaftlich im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung. «Der Landwirt, Obstbauer oder Winzer entscheidet selbst, wann, wie lange und vor allem wie viel Infrastruktur er zur Verfügung stellen darf, kann und will», heisst es weiter. 

Die Landcamp-Partner werden auf einer interaktiven Karte mit Kurzbeschrieb, Angebot und Foto auf der Online-Plattform vorgestellt, so dass Reisende sofort erkennen, wo sich in der Umgebung ihres Standorts oder Reiseziels ein Landcamp-Bauernhof befindet. 

Benützung auf Voranmeldung

Registrierte Landcamp-Reisende erhalten eine Jahresvignette mit Kontrollschildnummer, welche sie am Fahrzeug anbringen und sich damit ausweisen müssen. «Damit bleiben Kontrollfunktion und allfällige Lenkungsmassnahmen jederzeit gewährleistet», schreibt das Unternehmen. 

Die Benützung der Bauernhof-Stellplätze erfolgt ausschliesslich auf Voranmeldung beim entsprechenden Betrieb. Die Stellplatzgebühren ergeben sich aus der zur Verfügung gestellten Infrastruktur. 

Ziel der Betreiber ist es, die Landcamp-Plattform im Frühsommer 2021 für Wohnmobilreisende aufzuschalten und in den entsprechenden Ferien- und Reisekanälen zu platzieren und kommunizieren. 

-> Mehr Infos zu Landcamp gibt es hier

Was braucht es für einen Stellplatz

«Ein Stellplatz ist nicht zu verwechseln mit einer zugewiesenen Parzelle auf einem Campingplatz. Es ist eigentlich nicht viel mehr als ein Parkplatz», sagt Gerry Meyer vom Verein Wohnmobilland Schweiz gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst (lid). Der Begriff «Stellplatz» sorge immer wieder für Verwirrung, denn im Gegensatz zu einem offiziellen Stellplatz wie auf einem Campingplatz, brauche es für einen Stellplatz in der Regel keine baulichen Massnahmen.

Gemäss Meyer braucht es wenig, um einen Stellplatz zur Verfügung stellen zu können. Die meisten Wohnmobil-Reisenden würden sich über Stromversorgung und eine Möglichkeit, den Abfall zu entsorgen, freuen. Beim Strom reiche in der Regel eine Kabelrolle als Verlängerung, bezüglich Abfall empfehle sein Verband den Anbietern ihren Übernachtungsgästen den kleinsten offiziellen Gemeinde-Abfallsack zur Verfügung zu stellen und dies bei den Übernachtungsgebühren einfach einzukalkulieren, so Meyer. Beim Frischwasser kann ein einer Wasserschlauch zur Verfügung gestellt werden.

Als Stellplätze eignen sich Kiesplätze oder ein gut gemähter Rasenbereich, der nahe am Hofgebäude liegt. «Und es ist sicher von Vorteil, wenn der Stellplatz relativ flach ist», sagt Meyer. Er empfiehlt Bauern, bei den Stellplätzen einige Regeln aufzustellen. Vor allem Sicherheitsaspekte müssen beachtet werden, damit es keine Unfälle mit Landmaschinen oder Tieren gibt.

«Das Wohnmobil muss aber stets nahe beim Hof stehen, nicht weiter als 30 bis 40 Meter vom Ökonomiegebäude entfernt», sagt Andreas Allenspach, Geschäftsführer von Agrotourismus Schweiz. 

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