22.05.2014 11:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Stollen zwischen Schiffenen-/Murtensee wird geprüft
Das freiburgisch-neuenburgische Energieunternehmen Groupe E prüft, ob es machbar ist, den Schiffenen-Stausee über einen unterirdischen Stollen mit dem Murtensee zu verbinden. So liesse sich die Stromproduktion um 140 Gigawattstunden pro Jahr erhöhen.

Groupe E würde auf der neun Kilometer langen Strecke zwischen dem Schiffenen-Stausee und dem Einlauf des Stollens in den Murtensee ein unterirdisches Kraftwerk bauen, falls das Projekt verwirklicht wird. Die Kosten des Projekts werden auf 350 Mio. Franken geschätzt, wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Ausgleich nötig

Bisher wird das Wasser des Schiffenen-Stausees am Fuss der Staumauer turbiniert, nach einer Fallhöhe des Wassers von 43 Metern. Neu betrüge die Fallhöhe zwischen Schiffenensee und neuem, unterirdischen Kraftwerk 94,5 Meter.

Die Umleitung des Saanewassers in Richtung Murtensee würde aber bedeuten, dass ein Ausgleich für die Kraftwerke an der Aare unterhalb von Schiffenen nötig wäre. Die Saane, die den Schiffenensee speist, fliesst ein paar Kilometer nach dem Passieren der Schiffenen-Staumauer bei Laupen BE in die Aare.

Schwall-Sunk-Problematik mildern

Der Vorteil einer solchen Umleitung des Saanewassers wäre laut Groupe E auch, dass damit die Schwall-Sunk-Problematik unterhalb der Schiffenen-Staumauer gemildert würde. Wegen der zuweilen stark steigenden und wieder sinkenden Wassermenge hatte der Bernisch-Kantonale Fischerei-Verband 2008 die Groupe E vor die Justiz gezerrt. Die Fischer sagten damals, viele Jungfische verendeten wegen des Schwall-Sunk-Betriebs.

Mit einer Erhöhung der Stromproduktion um 140 Gigawattstunden liesse sich der Elektrizitätsbedarf von 31'000 Haushalten decken. Frühestens 2019 wird gebaut, falls das Projekt verwirklicht wird.

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