27.02.2014 11:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Strom: Windräder produzieren nur 0,2 Prozent
Sechs neue Windenergieanlagen haben im vergangenen Jahr ihren Betrieb aufgenommen. Die installierte Leistung erhöhte sich von 50 auf 60 Megawatt (MW) - und doch liegt viel Potenzial brach. Im Europavergleich hinkt die Schweiz weit hinterher.

Die neuesten Zahlen der Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz (Suisse Eole) zeigen es schwarz auf weiss: Der Anteil des Windstroms am Gesamtverbrauch ist in der Schweiz noch immer marginal. Weniger als 0,2 Prozent des schweizerischen Stroms stammen von Windrädern. In der EU beträgt der Anteil des Windstroms 8 Prozent.

Aufwendige Bewilligungsverfahren

Grund dafür seien langwierige und aufwendige Bewilligungsverfahren, teilte Suisse Eole am Donnerstag mit. Erschwerend hinzu kämen die umfassenden Einsprachemöglichkeiten in verschiedenen Planungsphasen. Ein Beispiel hierfür sei das Windparkprojekt Crêt-Meuron im Neuenburger Jura, welches seit 2003 durch Einsprachen blockiert ist.

Die Windenergiebranche fordert deshalb von der Politik besser koordinierte Verfahren. Andere europäische Länder wie Deutschland zeigten, dass dies gelingen könne.

Auch positive Zeichen

Und doch gibt es auch erfreuliche Nachrichten für die Schweizer Windenergie. Im vergangenen Jahr wurde laut Suisse Eole mit 13,3 MW der zweitgrösste Zubau von Windanlagen verzeichnet. Zahlreiche Projekte befänden sich in Entwicklung. Gemäss einer Erhebung werden Anlagen mit einer Leistung von 1200 MW in Abstimmung mit den Kantonen vorangetrieben.

Auf dem Mont Crosin seien zudem zum ersten Mal vier fast zwanzigjährige Turbinen ersetzt worden. In Haldenstein GR ging die bisher grösste Windenergieanlage der Schweiz in Betrieb. Auch im Entlebuch wurde eine neue leistungsstarke Anlage errichtet.

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