26.08.2014 07:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Strompreise steigen 2015 um 3,7%
Die Strompreise dürften in der Schweiz im kommenden Jahr um durchschnittlich 3,7 Prozent steigen. Das hat der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) nach einer Umfrage bei seinen Mitgliedern errechnet.

Allerdings zeige sich kein einheitliches Bild, teilte der VSE am Montag mit. Während die Strompreise im Durchschnitt stiegen, profitierten «viele Kundinnen und Kunden» sogar von sinkenden Strompreisen, heisst es im Communiqué. Zur Bandbreite der Veränderungen machte der VSE auf Anfrage keine Angaben.

Höhere KEV als Grund

Für einen typischen Haushalt bedeutet eine Preiserhöhung um 3,7 Prozent, dass die Kosten um rund 33 Franken pro Jahr steigen, wie VSE-Sprecher Guido Lichtensteiger auf Anfrage sagte. Dass die Strompreise im Durchschnitt in die Höhe klettern, ist laut VSE vor allem darauf zurückzuführen, dass der Netzzuschlag für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) per 1. Januar 2015 von 0,6 auf 1,1 Rappen pro Kilowattstunde steigt.

Ohne die Erhöhung des KEV-Zuschlags würde der durchschnittliche Strompreis für einen typischen Schweizer Haushalt laut VSE um lediglich 1,2 Prozent steigen. Der Bundesrat hatte die Erhöhung diesen Sommer beschlossen. Mit der KEV fördert der Bund die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.

«Der Endkonsument muss heute mehr für den Strom bezahlen, weil er die Subventionen für neue Energien mitfinanziert», sagt Tobias Kistner, Sprecher des Energiekonzerns Axpo, der selbst keine direkten Endkunden hat. Die Förderung neuer Energien habe zu starken Marktverzerrungen geführt, sagte Kistner. Durch den Einspeisevorrang und die garantierte Vergütung vor allem in Deutschland sei der Börsenpreis für Strom gefallen, der Endverbraucherpreis hingegen gestiegen

Energiepreise im Schnitt stabil

Die Tarife für das Übertragungsnetz dürften sich hingegen voraussichtlich gegenüber 2014 kaum verändern, wie der VSE schreibt. Auch die Energiepreise dürften im schweizerischen Durchschnitt stabil sein oder sogar leicht sinken.

Letztere hängen jedoch von der Beschaffungsstrategie der einzelnen Energieversorgungsunternehmen ab. Es komme etwa drauf an, ob ein Unternehmen mehr an der Börse einkaufe, mehr auf Eigenproduktion setze oder langfristige Bezugsverträge abgeschlossen habe, sagte Lichtensteiger.

Der VSE hat die Umfrage bei 30 grösseren Mitgliedern durchgeführt, die zusammen 50 Prozent der Schweiz mit Strom versorgen. Die Verteilnetzbetreiber sind verpflichtet, bis Ende August ihre Strompreise für das Jahr 2015 zu veröffentlichen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE