19.04.2016 13:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Stromverbrauch 2015 gestiegen
Der Stromverbrauch ist in der Schweiz im letzten Jahr um 1,4 Prozent gestiegen. Anfang Jahr musste wegen des kühlen Wetters mehr geheizt werden, was den Verbrauch in die Höhe schnellen liess. Zum Anstieg beigetragen haben aber auch das Wirtschafts- und das Bevölkerungswachstum.

Besonders im ersten Quartal 2015 wurde mehr Strom verbraucht als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum äusserst milden Winter 2014 musste deutlich mehr geheizt werden. Das fällt ins Gewicht, weil in der Schweiz rund ein Zehntel des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet wird.

Spitzenwert stammt aus 2010

Über das ganze Jahr gesehen belief sich der Elektrizitätsverbrauch schweizweit auf 58,2 Milliarden Kilowattstunden. Das ist zwar 1,4 Prozent mehr als 2014, jedoch kein Rekord: 2010 hatte der Stromverbrauch mit fast 60 Milliarden Kilowattstunden den bisherigen Spitzenwert erreicht.

Wie sich der Stromverbrauch 2015 pro Kopf entwickelte, konnte das BFE nicht angeben, da die Zahlen zur Wohnbevölkerung noch nicht vorliegen.

Weniger Strom aus AKW

Während der Stromverbrauch stieg, sank die Stromproduktion: Die Schweizer Kraftwerke produzierten 66 Milliarden Kilowattstunden - und damit 5,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Eingebrochen ist die Produktion der fünf Schweizer Atomkraftwerke: Sie erzeugten über 16 Prozent weniger Strom als im Vorjahr.

Grund dafür waren ungeplante Betriebsunterbrüche bei den Atomkraftwerken Beznau und Leibstadt. Der Block 1 des AKW Beznau ist seit März 2015 wegen Materialfehlern im Reaktordruckbehälter abgeschaltet. Die Axpo rechnet damit, dass er nicht vor Ende Juli hochgefahren werden kann.

Mehr erneuerbare Energien

Die Wasserkraftwerke produzierten hingegen etwas mehr Strom (+0,5 Prozent) als im Vorjahr. Trotz des trockenen Sommers stieg die Stromproduktion aus Wasserkraft in diesen Monaten an. In den beiden Winterquartalen lag sie hingegen unter dem Vorjahreswert.

Zugelegt haben auch die anderen erneuerbaren Energien nebst der Wasserkraft. Sie trugen über 3 Prozent zur Schweizer Stromproduktion bei, gut einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, wie BFE-Sprecherin Marianne Zünd auf Anfrage sagte. Den Löwenanteil zur Stromproduktion steuerten auch letztes Jahr die Wasserkraftwerke mit fast 60 Prozent bei. Der Anteil der Atomkraftwerke sank von 37,9 Prozent auf 33,5 Prozent. Die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen steuerten 6,6 Prozent bei.

Mehr Strom aus dem Ausland

Angesichts der sinkenden Stromproduktion im Inland bezog die Schweiz letztes Jahr deutlich mehr Strom aus dem Ausland. 42,3 Milliarden Kilowattstunden wurden importiert (Vorjahr: 37,4 Mrd.). Woher der Strom kam, wird das BFE erst in der Elektrizitätsstatistik ausweisen, die Ende Juni veröffentlicht werden soll.

Der Export blieb mit 43,3 Milliarden Kilowattstunden in etwa stabil. Insgesamt wurde damit erneut mehr Strom ins Ausland verkauft als importiert. Der Exportüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr aber um 4,5 Mrd. Kilowattstunden auf 1 Mrd. Kilowattstunde.
Mit den Exporten verdienten die Schweizer Stromproduzenten über 2 Milliarden Franken, gleichzeitig zahlten sie 1,8 Milliarden Franken für Importe. Unter dem Strich blieben 234 Millionen Franken - halb so viel wie im Vorjahr.

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