27.10.2017 16:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Strom
Stromversorgung bis 2035 gesichert
In der Schweiz sind gemäss einer Studie des Bundesamtes für Energie (BFE) bis 2035 keine signifikanten Engpässe in der Stromversorgung zu erwarten. Eine zentrale Voraussetzung zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit sei die Einbettung der Schweiz in den gesamten europäischen Strommarkt.

Die Stromversorgung war Thema der Infrastrukturtagung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vom Freitag in Lausanne. Gemäss der dort veröffentlichten BFE-Studie verfügt die Schweiz über ausreichende Kapazitätsreserven im System.

Notwendige Stromimporte

Nur unter extremen Annahmen, wenn im europäischen Gesamtsystem Kapazitäten nicht verfügbar wären, würden ab 2025 in der Schweiz und den Nachbarländern im Winter verstärkt Versorgungsengpässe auftreten. Bei Reduktion der Produktion in den Nachbarländern könne bis 2030 die fehlende Lastdeckung durch betriebliche inländische Massnahmen kompensiert werden, schreibt das BFE weiter. Hingegen werde bei zusätzlicher Reduktion der Produktion der Schweiz diese Kompensation ab 2030 schwieriger.

Das BFE schätzt diese Szenarien jedoch als unwahrscheinlich ein, da die Nachbarländer im Rahmen ihrer Energiepolitik Massnahmen ergreifen würden, um die Reduktion der genannten konventionellen Kraftwerke mehrheitlich durch andere Erzeugungsquellen zu kompensieren. Die Ergebnisse der Studie zeigten die hohe Bedeutung der Übertragungskapazität und der Importe für die Schweizer Stromversorgung, heisst es weiter.

Die Einbettung der Schweiz in den gesamten europäischen Strommarkt sei eine zentrale Voraussetzung, um die Schweizer Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die geplanten Netzausbauprojekte in der Schweiz sowie in den Nachbarländern seien dabei wichtige Elemente.

Tiefer CO2-Anteil wahren


«Es ist in unserem Interesse, beim Stromhandel grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Wird die Zusammenarbeit innerhalb der EU institutionalisiert, könnte die Schweiz den Anschluss verlieren», liess sich Bundespräsidentin Doris Leuthard in einem Communiqué des Umweltdepartements (UVEK) zitieren. Die Stromversorgung der Schweiz müsse sicher sowie wirtschaftlich und umweltverträglich sein. Dabei sei der gegenwärtig tiefe CO2-Anteil am Schweizer Energiemix zu wahren, was einen Ausbau der erneuerbaren Energiequellen erfordere.

Mit der Umstellung auf erneuerbare Energien würden auch die Vorteile einer engeren Kooperation zwischen der EU und der Schweiz im Strombereich immer deutlicher, sagte Oliver Koch, der stellvertretende Referatsleiter im Generaldirektorat Energie der EU-Kommission, gemäss UVEK-Mitteilung.

«Zeitnaher» Abschluss des Stromabkommens

So könnten Stromimporte aus der EU dazu beitragen, die Umstellung auf erneuerbare Energien ohne Versorgungsengpässe zu bewältigen. Die EU profitiere ihrerseits von dem gut ausgebauten Schweizer Stromnetz und den zahlreichen Wasserkraftwerken, die bei ausbleibendem Wind oder Sonnenschein als Puffer dienen könnten.

Erschwert werde die gemeinsame Nutzung des Verbundnetzes allerdings durch das Fehlen eines Stromabkommens. Da die Vorteile eines Abkommens aber Jahr für Jahr greifbarer würden, zeigte sich Koch zuversichtlich, dass es gelingen könne, ein solches Abkommen «zeitnah» abzuschliessen. 

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