23.05.2020 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Süsswaren: Schlechte Auftragslage
Auch die deutschen Süsswarenhersteller leiden erheblich unter den Auswirkungen der Corona-Krise.

Nach Erhebungen des Bundesverbandes der Deutschen Süsswarenindustrie (BDSI) haben 52 % der Branchenunternehmen im ersten Jahresdrittel gegenüber dem Vorjahr Umsatzrückgänge verzeichnet. Wie der Verband am Montag vergangener Woche in Bonn berichtete, sind aufgrund der behördlichen Pandemie-Auflagen für viele Hersteller wichtige Absatzkanäle wie Kauf- und Warenhäuser oder Süsswarenfachgeschäfte über lange Zeit weggebrochen. Bei anderen Verkaufskanälen wie Volksfesten sei auf unbestimmte Zeit nicht mit nennenswertem Absatz zu rechnen.

Auch Export rückläufig

In der „Frühjahrsumfrage“ des BDSI schätzten deshalb insgesamt 73 % der Hersteller von Süsswaren und Knabberartikeln ihre aktuellen Geschäftsaussichten als schwieriger ein als im Vorjahr. Auch die Auftragslage und das für die Branche sehr wichtige Exportgeschäft sind aufgrund der Coronavirus-Krise stark rückläufig:Wie aus der Befragung hervorgeht, verbuchten 57 % der Unternehmen im Berichtzeitraum einen Rückgang bei den Aufträgen und 64 % ein schlechteres Exportgeschäft als im Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus beklagten 84 % der Betriebe coronabedingte Herausforderungen im Bereich Personal, beispielsweise was die Kinderbetreuung von Mitarbeitern angeht.

Nach Auffassung des BDSI muss vor diesem Hintergrund der konsequenten Stärkung der heimischen Wirtschaft oberste Priorität der Politik eingeräumt werden, um Arbeitsplätze und Investitionen am Standort Deutschland zu sichern. „Die mittelständische Struktur der Branche ist trotz aller Belastungen in den Unternehmen der Garant für die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit. Neue regulatorische Auflagen in der jetzigen Situation werden gerade die kleineren und mittleren Unternehmen nicht mehr zusätzlich tragen können“, warnte der BDSI-Vorsitzende Bastian Fassin. Die Unternehmen brauchten jetzt vielmehr Entlastungen bei der Unternehmensbesteuerung und einen konsequenten Bürokratieabbau. Hierzu zählt Fassin auch ein Zurückstellen von nicht unbedingt notwendigen Gesetzesvorhaben.

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