10.01.2017 11:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Swissherdbook
Swissherdbook beantragt Abberufung
Vorstandsmitglied Walter Lüthi soll nicht mehr Mitglied im Vorstand von Swissherdbook sein. Aufgrund unüberbrückbarer internen Differenzen beantragt die Genossenschaft Swissherdbook Zollikofen zuhanden der Delegiertenversammlung vom 11. April dessen Abberufung.

An der Delegiertenversammlung des Emmentalischen Fleckviehzuchtverbandes am vergangenen Samstag in Heimiswil wurde gemäss "Berner Zeitung" bekannt, dass der Vorstand dessen Präsidenten Walter Lüthi den Rücktritt aus dem nationalen Dachverband Swissherdbook nahegelegt hat. Falls Lüthi nicht zurücktrete, werde die Verwaltung den Delegierten dessen Abwahl beantragen, sagte Swissherdbook-Präsident Markus Gerber an der DV in Heimiswil.

Am Dienstag macht nun Swissherdbook ernst. Per Communiqué teilt die Genossenschaft mit, sein Verwaltungsmitglied Walter Lüthi auf die nächste Versammlung abwählen zu lassen. Zuhanden der Delegiertenversammlung vom 11. April 2017 beantragen die übrigen sechs Mitglieder der Verwaltung von Swissherdbook einstimmig die Abberufung von Lüthi.

Kompetenzen überschritten


Grund: Nach dem Zuchtstiermarkt Bulle 2016 wurde die Verwaltung von Swissherdbook Fribourg zu einer Aussprache mit der Verwaltung von Swissherdbook Zollikofen eingeladen, um Differenzen betreffend Herdebuchberechtigung zu regeln.

Bei der Aussprache kam es zum Eklat. Während der Aussprache zwischen den Vorständen hat Lühti gemäss Communiqué die Freiburger «eigenmächtig» vor die Tür gewiesen. «Mit diesem Alleingang gegen den Willen aller übrigen Verwaltungsmitglieder hat Walter Lüthi seine Kompetenzen massiv überschritten und unseren zweitgrössten Kantonalverband in unakzeptabler Weise vor den Kopf gestossen», so Swissherdbook Zollikofen.

«Vertrauen zerstört»

Er habe die Pflichten verletzt und zudem eine Aufarbeitung der Differenzen mit den Organisatoren des Zuchtstiermarktes Bulle verhindert. Zudem habe Lühti mehrmals gesagt, dass er sich bei den Freiburger Kollegen nicht entschuldigen werden und allenfalls erneut so handeln würde, heisst es weiter.

Neues System führte zu Streit

Der Streit entfachte wegen Zuchtstiermarktes Bulle. Das System zur Punktierung, das Swissherdbook auf 1. Juli 2016 einführte, wollen die Organisatoren nicht umsetzen. Die Freiburger hätten damals einen Änderungsantrag gestellt, der vom Vorstand abgelehnt worden sei, weil man ein schweizweit einheitliches System hätte haben wollen, erklärt Swissherdbook-Präsident Gerber auf Anfrage. Konkret sei es unter anderem darum gegangen, ob nur ein oder zwei Richter die Stiere beurteilen solle.

«Sein Handeln und seine fehlende Einsicht haben das Vertrauen der übrigen Mitglieder der Verwaltung gegenüber Walter Lüthi zerstört», heisst es unmissverständlich. Die Verwaltung bedauert diese Entwicklung. Man habe aber im Gesamtinteresse des Zuchtverbandes entschieden.

Swissherdbook vertritt gemäss eigenen Angaben als grösster Rindviehzuchtverband in der Schweiz die Interessen von über 10'500 aktiven Viehzüchtern. Entstanden im Jahr 1890, ist Swissherdbook heute ein Zusammenschluss von Genossenschaften und Vereinen.

Mehr über die Hintergründe lesen Sie am Mittwoch im "Schweizer Bauer"

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