10.02.2016 10:31
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr/blu
Thurgau
TG: 90% der Höfe bemängelt
Im Jahr 2011 startete der Kanton Thurgau deshalb umfassende Kontrollen der Entwässerungen aller rund 2600 Bauernbetriebe. Zwar wurden 90 Prozent der Betriebe bemängelt. Viele haben diese Mängel umgehend behoben.

Damit kein verunreinigtes Wasser in die Gewässer gelangt, müssen Industriebetriebe und Gemeinden strenge Anforderungen einhalten. Ebenfalls in der Landwirtschaft fällt beispielsweise durch Gülle oder Spritzmittel verschmutztes Abwasser an. Im Jahr 2011 startete der Kanton Thurgau deshalb Kontrollen der Entwässerungen aller rund 2600 Bauernbetriebe. Wichtigstes Ziel: Mit Hofdünger oder Pflanzenschutzmitteln verunreinigtes Wasser darf nicht vom Hof in ein Gewässer abfliessen.

Nach knapp fünf Jahren nun sei die Frist der vom kantonalen Amt für Umwelt angeordneten Kontrollen abgelaufen, schreibt die «Thurgauer Zeitung». Erneut habe das Amt für Umwelt alle 2600 Thurgauer Bauernhöfe überprüfen lassen. Und das Resultat fällt nicht gut aus: Bei ungefähr 90 Prozent der kontrollierten Betriebe wurden Mängel festgestellt. Für Irene Purtschert, Leiterin Abteilung Abwasser und Anlagensicherheit beim Thurgauer Amt für Umwelt, ist das aber nicht beängstigend. «In vielen Fällen sind es nur sehr kleine Mängel oder solche, die gleich saniert wurden», sagt sie.

Die Kontrollen wurden mit dem Bauernverband abgesprochen. Die Überprüfung auf den Höfen wurde nicht von den Behörden, sondern durch die Bauernorganisation Maschinen- und Betriebshilfsring Thurgau durchgeführt. Bei rund 15 Prozent der Betriebe wurden aber grosse Mängel festgestellt. Das ist beispielsweise ein offener Schacht auf dem Hofplatz, über den bei Regen durch Hofdünger oder Pflanzenschutzmittel verunreinigtes Wasser in ein Gewässer abgeschwemmt wird.

Rund zehn Prozent der Bauern haben die Mängel, trotz mehrfacher Aufforderung, nicht behoben. Sie erhalten nun eingeschriebene Post. Sie müssen zu den Beanstandungen Stellung nehmen. Lassen sie weiterhin nichts von sich hören, wird unter Androhung einer Busse eine Frist festgelegt. «Wenn weiter nichts passiert, kann Strafanzeige gemacht werden», sagte Purtschert gegenüber der Thurgauer Zeitung. Als weitere Massnahme könnten die Direktzahlungen gekürzt werden, wenn ein Betrieb als «nicht gewässerschutzkonform» gilt.

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