10.04.2015 11:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
TG: Anzahl Betriebe um 3,1 Prozent gesunken
Im Kanton Thurgau sind im vergangenen 71 Betriebe verschwunden. Das sind deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Der Trend zu grössere Betrieben setzt sich fort. Und auch der Kulturlandverlust geht weiter.

3,1 Prozent oder 71 direktzahlungsberechtigte Betriebe haben 2014 das Bauern aufgegeben. Das waren fast doppelt so viele wie in den Jahren, schreibt die „Thurgauer Zeitung“ in ihrer Donnerstagsausgabe. Insgesamt finden sich nun auf dem Kantonsgebiet 2208 Höfe wieder. Im Schnitt weist ein Bauernbetrieb im Thurgau eine Fläche von 18 Hektaren auf.

Sinkende Direktzahlungen

Der Rückgang hat mehrere Gründe, wie der Chef des kantonalen Landwirtschaftsamtes, Ueli Bleiker, festhält. Die Agrarpolitik 2014-17 hat zu Folge, die Direktzahlungen abnehmen. Flossen 2013 noch 115 Mio. Fr. zu den Bauern, sank dieser Wert im Jahr 2014 auf 104 Mio. Fr. „Am meisten haben mittelgrosse Betriebe mit Tierhaltung und einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 15 bis 20 Hektaren mit den neuen Bedingungen der Direktzahlungen zu kämpfen“, sagt Bleiker der „Thurgauer Zeitung“. Betroffen sind somit allem die traditionellen Thurgauer Bauernbetriebe.

Dieser wirtschaftliche Druck führt zu einem Strukturwandel. Betriebe mit einer Fläche von mehr als 25 ha haben 2014 um 1,4 Prozent auf 700 zugenommen. Die Anzahl Höfe mit einer Nutzfläche zwischen 5 und 25 ha hingegen nahm um mehr als 4 Prozent ab.

Überalterung

Und auch der Kulturlandverlust geht im Thurgau unvermindert weiter. Im vergangenen Jahr wurden 290 ha für Siedlungszwecke „geopfert“. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt nun noch 50‘000 ha, da ist die Hälfte des Kantonsgebiets. Bleiker warnt, dass die Optimierung der Produktion ihre Grenzen habe. Gehe dieser Prozess so weiter, werde die Abhängigkeit von Ausland zunehmen.

Auch die Überalterung bei den Betriebsleitern macht dem Chef des Landwirtschaftsamtes Sorgen. Lag das Durchschnittsalter 2004 noch bei 48,5 Jahren, so stieg es im vergangenen Jahr auf 52,9 Jahre. Mehr als die Hälfte der Bauern ist älter als 50 Jahre. Vielerorts sei kein Nachfolger in Sicht. „Betriebsaufgaben sind die grössten Treiber bei Rückgang der Anzahl Betrieb“, mahnt Bleiker.

Auch positive Signale

Doch der Amtschef macht auch positive Signale aus. Die Thurgauer Bauern hätten sich auf die Nachfrage des Marktes angepasst. Dies zeige sich in einer höheren Produktion von Gemüse und Geflügel, so Bleiker. Auch mittelgrosse Betriebe könnten so trotz Druck erfolgreich bestehen.

Die Aussichten für das laufende Jahr sind aber eingetrübt. Der starke Franken, der tiefe Milchpreis und tiefer ausfallende Direktzahlungen könnten aber die Betriebsaufgaben verstärken.

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