6.10.2017 16:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Thurgau
Tierschützer wehrt sich gegen Radio
Radio 1 hat eine Aussage über Tierschützer Erwin Kessler aus einem Podcast der Sendung «Roger gegen Markus» auf Weisung eines Gerichts löschen müssen. Markus Somm, Chefredaktor der «Basler Zeitung», hatte Kessler als «gruusigen Antisemiten» bezeichnet.

Dies ist laut dem Bezirksgericht Münchwilen ehrverletzend, wie der Richter am Freitag in einer superprovisorischen Verfügung gegen den Radiosender festhielt. Der Sender müsse die Aussage Somms unter Androhung einer Busse umgehend löschen. Erwin Kessler hat zudem eine Strafanzeige gegen Markus Somm eingereicht, wie er der Nachrichtenagentur sda sagte.

Passage aus Sendung gelöscht

Roger Schawinski, Geschäftsführer und Gesprächspartner der Sendung, sagte auf Anfrage, das Radio habe die Passage aus dem Podcast der Sendung vom 2. Oktober gelöscht. «Dies geschah unabhängig vom folgenden Verfahren», teilte Schawinski mit. Die Redaktion sei momentan dabei, die superprovisorische Verfügung in Absprache mit Somm zu prüfen. Dazu werde die vom Gericht gesetzte Frist von 20 Tagen genutzt.

Dass die nun beanstandete Passage gesendet wurde, habe mit dem Format von «Roger gegen Markus» zu tun, sagte Schawinski weiter. Die Sendung, welche Themen der Woche in kontroverser Form behandelt, werde jeweils live oder live on tape ausgestrahlt, und zwar ohne jede redaktionelle Kürzung oder Veränderung.

Radikale Tierschützer

Somm hatte die Aussage über Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), im Zusammenhang mit radikalen Tierschützern gemacht. Diese glaubten, Tiere seien wichtiger als Menschen.

Anlass war ein Vergleich von Schlachttier- mit Judentransporten nach Auschwitz, den der Aargauer Nationalrat Jonas Fricker Ende September im Parlament gemacht hatte. Einige Tage später zog der Politiker der Grünen die Konsequenzen und gab seinen Rücktritt aus dem eidgenössischen Parlament bekannt.

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