22.06.2018 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
Tierwohlmilch: Logistik nicht separat
Für konventionelle Milch nach den neuen Kriterien für die Coop-Eigenmarken wird mit einer Mengenbilanzierung gearbeitet.

Bei der Knospe-Bio-Milch gilt: Wer eine Literpackung kauft, ist sicher, dass Milch drin ist, die nach den Knospe-Standards erzeugt wird. Das wird bei den Coop-Eigenmarken für konventionelle Milch und dem neuen Standard «Raus plus BTS oder GMF» nicht der Fall sein, wie Coop auf Anfrage des «Schweizer Bauer» bekannt gibt. Stattdessen wird Coop mit einer sogenannten Mengenbilanzierung arbeiten, wie es auch das Fair-Trade-Label Max Havelaar mache. Natürlich hätte Coop die  Milch nach ihren Kriterien am liebsten separat beschafft, heisst es coop-intern. 

«Kosten wären sehr hoch»

Aber Coop-Sprecher Urs Meier begründet die Entscheidung wie folgt: «Durch eine Separierung der Milchmenge würden wir die Komplexität enorm erhöhen, sprich ein Grossteil des Mehrertrages würde nicht zu den Bauern fliessen, sondern müsste zur Deckung der Mehrkosten für die Separierung eingesetzt werden.» Das wolle  Coop nicht. «Deshalb setzen wir auf die bestehende Logistik und erreichen damit, dass der Mehrerlös vollumfänglich zu den Milchbauern gelangt», so Meier.  

Coop wird auf das Kilogramm genau wissen, wie viel Milch in den bereits entsprechend gekennzeichneten Eigenmarkenkanälen verkauft worden ist. Für genau so viele Kilogramm Milch wird Coop dann Bauern, welche die neuen Kriterien erfüllen, mit dem Bonus von 4 bzw. 6 Rp./kg belohnen. Die Lieferanten von Produkten, z.B. Emmi, werden eine Liste von Milchproduzenten führen. Zuoberst steht dort, wer auf die Anfrage von Emmi am schnellsten reagiert. In einer ersten Phase können dann vielleicht die ersten 100 Bauernfamilien auf dieser Liste auf ihrer Milchgeldabrechnung den separat ausgewiesenen Zuschlag von 4 bis 6 Rp./kg sehen. Wenn Coop das Sortiment schrittweise  auf UHT-Milch, Rahm, Butter etc. erweitert, kommen dann vielleicht in einem weiteren Schritt die Ränge 101  bis 200 auf dieser Liste in den Genuss, dann die Ränge 201  bis 450 usw. 

Coop kontrolliert 

Coop hat die Lieferanten verpflichtet, die Gelder vollumfänglich weiterzugeben. Es werde ein monatliches Controlling geführt, Coop könne Einblick in diese Zahlen haben. «Der Mehrbetrag ist in den Milchgeldabrechnungen der Landwirte separat aufgeführt. Jeder teilnehmende Landwirtschaftsbetrieb wird auf einer Liste geführt und Coop gemeldet», schreibt Meier.

 

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