6.10.2013 12:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter
Strassentransport
Überladene Fahrzeuge können teure Bussen zur Folge haben
Die Transportfahrzeuge werden grösser. Übergewicht wird zunehmend ein Thema. Das Überladen kann aber teuer werden.

Landwirtschaftliche Fahrzeuge werden zunehmend für Transportarbeiten verwendet. Hochsaison haben aktuell auch die Rübentransporte. Der Strassentransport birgt auch Gefahren und kann teuer werden. Teuer wirds dann, wenn das Fuhrwerk überladen ist und die Polizei das Fahrzeug wiegt. 

Geräte- und Messunsicherheit: 3%

Oft spricht man in der Praxis von einer Toleranz. Sprich dass man gewisse Kilo überladen darf, ohne gebüsst zu werden. Im Ordnungsbussengesetz (OBG) ist aber nicht von einer Toleranz die Rede, sondern von einer Geräte- und Messunsicherheit in der Höhe von 3%. Dies bedeutet, dass bis zu einem Gesamtgewicht (GG) von gut 41'300kg keine Bussen ausgesprochen werden.

Vorausgesetzt, weder das GG des Anhängerzuges, noch die Achsen noch die Anhängelast wird überschritten. Nach dem OBG beträgt die die Ordnungsbusse fürs Überschreiten des Gesamtgewichts:

  • 100Fr. für nicht mehr als 100kg Übergewicht
  • 200 Fr. für mehr als 100kg, aber nicht mehr als 5% bei Fahrzeugen bis 3500kg GG
  • 250Fr. für mehr als 100kg, aber nicht mehr als 5% und nicht mehr als 1000kg  bei Fahrzeugen über 3500kg GG

Vorsicht Achslast

Bekanntlich wird nicht nur das Überschreiten des GG kontrolliert und allenfalls gebüsst, sondern es dürfen auch einzelne Achsen nicht überladen werden. Ansonsten drohen auch dafür Bussen. Diese sind aber auch abhängig von einem allfälligen Überschreiten des GG. Wird das Gesamtgewicht nicht überschritten git bei den Achslasten folgende Bussenregelung:

  • 40 Fr. zwischen 2 und 5%
  • 100 Fr. bei mehr als 5%

    Wird hingegen das Gesamtgewicht überschritten, gilt für das Überschreiten von Achslasten:
  • 100Fr. bei nicht mehr als 100kg
  • 250Fr. bei mehr als 100kg bis 2% des GG bei Fahrzeugen über 3500kg GG

Bis Ausweisentzug

Alle Werte darüber werden als Verzeigung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, welche in Abhängigkeit der Situation die Busse festlegt. «Für die Bussenhöhe sind die äusseren Umstände wie die Gefährdung des Verkehrs entscheidend. Hier ist dann auch mit einer Administrativmassnahme, sprich Verwarnung oder Ausweisentzug zu rechnen», erklärt Dominique Berner vom Schweizerischen Verband für Landtechnik. Dies gelte besonders, wenn das vom Hersteller festgelegte Garantiegewicht überschritten werde.

Das Gesetz sieht die gleichen Massnahmen auch bei der Anhänge- und der Stützlast oder der ungenügenden Belastung der Vorderachse vor. Hier seien sicherheitsrelevante Elemente wie Hinterachse und Verbindungseinrichtung des Zugfahrzeuges betroffen.

Bussen kumulieren

Teuer werden kann es vor allem deshalb, weil sich die Bussen kumulieren. Sprich die Bussen summieren sich, wenn beispielsweise ein Anhänger überladen ist und das gesamte Zuggewicht auch zu hoch ist oder eine oder mehrere Achsen überladen sind. (siehe Tabelle Kumulation) Um die Gewichtsüberschreitungen zu ermitteln, wird das Gesamtzuggewicht gewogen.

Diesem werden die 3% Messungenauigkeit abgezogen und dann die Überschreitung in Kilo und Prozent errechnet. Entsprechend fallen die Sanktionen aus (siehe Tabelle). Um Achslastüberschreitungen oder das Überladen der einzelnen Reifen zu ermitteln, muss jede Achse respektive jeder einzelne Reifen separat gewogen werden.

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