1.06.2019 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch -
Tag der offenen Hoftüre
«Unsere Landwirtschaft ist nicht Ballenberg»
Margret und Gallus Schafer bewirtschaften zusammen mit ihrem Sohn und dessen Freundin einen Milchviehbetrieb in Düdingen FR. Sie öffnen ihre Hoftür für Gäste und hoffen auf viele Besucher vor allem aus der Stadt.

«Schweizer Bauer»: Wieso machen Sie beim Tag der offenen Hoftüre mit?

Margret und Gallus Schafer: Um die  Landwirtschaft näherzubringen. Vor allem der Stadtbevölkerung, welche sonst keinen Kontakt mit der Landwirtschaft hat. Aufzeigen, dass die heutige Landwirtschaft kein «Ballenberg» ist und das sie nicht der Werbung entspricht, die im Fernsehen kommt.

Wie bereiten Sie sich auf den Tag der offenen Hoftüre vor?
Wir haben vom LID verschiedene Informationen und  Checklisten erhalten für die Vorbereitung. Wir haben die Festwirtschaft organisiert und sind gerade daran, Infotafeln über die verschiedenen Themenbereiche auf dem Betrieb zu gestalten. In der letzten Woche werden wir den Betrieb besonders herausputzen. Ausserdem machen wir Werbung mit zwei Strassenplakaten, Flyers, übers Internet und über die sozialen Medien.

Wie wird der Tag der offenen Hoftüre bei Ihnen ablaufen?
Die Leute kommen auf den Betrieb und dann gibt es verschiedene Posten zum Milchviehstall mit dem Melkroboter, der Pouletmast, den Maschinen und dem Obstbau. Entweder werden wir gruppenweise Führungen machen, oder die Leute können selber von Posten zu Posten. Wir müssen es ein bisschen vorwegnehmen und schauen, wie viele Leute kommen und was für Gäste es sein werden.

Betriebsspiegel

Fläche: 44 ha
Standort: Düdingen FR
Produktionsform: IP-Suisse
Betriebszweige: Milchwirtschaft mit 80 Kühen plus Jungvieh, Pouletmast, Ackerbau, Obstbau für die Direktvermarktung 

Wie viele Gäste erwarten Sie?
Vielleicht sind es zehn, vielleicht sind es zwanzig, vielleicht aber auch 200. Wir können es nicht abschätzen, denn anders als beim 1.-August-Brunch muss man sich nicht anmelden.  Es würde uns freuen, wenn viele Leute kommen würden, die nicht aus der Landwirtschaft stammen. Dass solche, die sich nie getrauen zu fragen, ob sie einmal den Betrieb anschauen dürfen, die Gelegenheit dazu haben.  Aber alle anderen sind auch herzlich willkommen. Wir vermuten, dass vor allem Familien mit Kindern kommen werden. Es ist  aber bestimmt auch  wetterabhängig.

Haben Sie Erfahrungen mit Gästen auf Ihrem Hof?
Wir haben öfters Anfragen für Betriebsbesichtigungen von Vereinen, Schulen oder Organisationen. So war beispielsweise die Cremo  bereits mit verschiedenen Delegationen aus dem Ausland zu Besuch. Unser Betrieb liegt zudem vor den Toren der Stadt Freiburg, und wir haben eine kleine Direktvermarktung mit Obst, Süssmost und Bauernhofglace, das lockt auch Gäste auf den Hof.

Wie werden Sie mit allfälligen negativen Reaktionen umgehen?
Als Betriebsleiter muss man in einer schwierigen Situation seine Nerven im Griff behalten und nicht laut werden. Sonst hat man die ganzen Leute gegen sich. Man nimmt die Person beiseite, gibt ihr die Möglichkeit, ihre Argumente für die Kritik genau darzulegen, dann widerlegen wir die Argumente, und wenn es der Person nicht gefällt, wird gebeten, dass sie den Hof doch bitte verlassen soll. 

Wieso sollten andere Landwirte auch mitmachen?
Dafür, dass zum Beispiel der Kanton Freiburg ein Landwirtschaftskanton ist, hat es wenige Betriebe, die  mitmachen. Es muss ja nicht eine grosse Sache sein, manchmal reicht es schon, dass die Leute aus dem Dorf einmal schauen gehen können.  Es bringt nichts, immer nur zu jammern und zu sagen: «Die von der Stadt haben keine Ahnung mehr»  Je mehr Betriebe offen sind, desto mehr Leute können kommen, und desto mehr Einblicke in verschiedene Produktionsrichtungen können gewährt werden. Konsumenten können hinter das Traumbild aus der Werbung schauen. Ihnen wird aufgezeigt, dass Landwirtschaft, vor allem mit Tieren, 7-Tage-Wochen bedeutet, 365 Tage im Jahr, ein Leben lang. Oder dass Lehrlinge auf Landwirtschaftsbetrieben in die Familien integriert werden und gemeinsam unter einem Dach leben. Viele Leute können sich das nicht vorstellen. 

Beenden Sie die Sätze:

Eine gesunde Landwirtschaft ist... der Anfang des Wohlstandes für die ganze Gesellschaft. Bauernstand ist Ehrenstand, ernährt die Stadt, erhält das Land. Er ist der Pionier der Zeit und bleibt es bis in Ewigkeit.

Der «Tag der offenen Hoftür» ist... eine Bereicherung für alle.

 

Tag der offene Hoftüren

Am 2. Juni  laden Bäuerinnen und Bauern aus der ganzen Schweiz zu sich ein und öffnen ihre Hoftüren, um einen Einblick in ihr tägliches Leben zu gewähren. Das Programm ist auf jedem Hof unterschiedlich. Hier geht es zu den Betrieben.

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