Samstag, 31. Juli 2021
22.03.2020 06:00
Schlachtviehmarkt

Verbot trifft besonders Berggebiete

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Von: Bettina Kiener

Auch öffentliche Schlachtviehmärkte sind wegen der Corona-Pandemie (vorläufig) bis zum 19. April verboten.

Die öffentlichen Schlachtviehmärkte dienen als Verkaufsplattform, als Sammelplatz für Schlachttiere, und bieten eine gewisse Preistransparenz. Seit Montagabend ist die Durchführung dieser Anlässe wegen des Corona-Virus vorerst verboten. «Es bestehen keine überwiegenden öffentlichen Interessen, welche die Durchführung von öffentlichen Schlachtviehmärkten gebieten. Schlachtvieh kann auch anders in die Schlachthöfe verbracht werden», lautet die Begründung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Wohl wahr, doch besonders in den Berggebieten nimmt das Zusammenführen der einzelnen Tiere bei den Produzenten viel Zeit in Anspruch. Bei den Fressern könnte diese vorläufig fehlende Verkaufsplattform zudem zu einem gewissen Rückstau führen. Nationalrat Andreas Aebi (SVP, BE) versteht nicht, weshalb die öffentlichen Schlachtviehmärkte zurzeit verboten sind: «Diese dienen der Landesversorgung», so Aebi. Er will sich nun an den Bundesrat wenden und sich dafür einsetzen, dass die überwachten Schlachtviehmärkte unter den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit wieder durchgeführt werden dürfen. 

Absehen von Notverkäufen

Im Kanton Bern setzt sich der Berner Bauernverband dafür ein, dass Bauern dennoch eine Möglichkeit erhalten, die Tiere zusammenzuführen und gezielt von Händlern abholen zu lassen, ohne dass dabei viele Menschen an einem Ort zusammenkommen. Peter Brönnimann vom Berner Bauernverband betont: «Von Notverkäufen unter dem Preis sollte aktuell abgesehen werden. Ein konkretes Projekt für die Vermarktung von Fressern geben wir heute Freitag ein. Wir hoffen auf eine rasche Antwort.»

Die Ängste, die geschlossenen Gastronomiebetriebe und der Aufruf des Bundesrats «bleiben Sie zu Hause», führen aktuell zu einem veränderten Warenkorb beim Fleischkonsum. Der Bedarf an Edelstücken wie Entrecôte, Filet und Huft sinkt, wogegen Hackfleisch, Ragout, Braten und Fleischerzeugnisse vermehrt nachgefragt werden. So gab es diese Woche auch im Fleischbereich leere Regale. Kurt Baumann von der Anicom AG ist überzeugt, dass die Branche alles unternimmt, damit die Schlachtzahlen möglichst hoch gehalten werden können. 

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