10.01.2016 12:17
Quelle: schweizerbauer.ch - rab
Milchmarkt
Vorstand soll abberufen werden
Im Jahre 2015 werden im gesamten Milchland Schweiz Beiträge für die Überschussverwertung eingezogen. In der ganzen Schweiz? Nein, eine Gruppe unbeugsamer Ostschweizer Bauern leiste weiterhin hartnäckig Widerstand.

Godi Siegfried und Roland Werner heissen die Rädelsführer der fast 200 Milchbauern, die sich am Freitagabend im Restaurant Traube in Müllheim TG versammelt haben, um über das weitere Vorgehen im Streit mit ihrer Produzentenorganisation zu beraten. Auslöser dafür sind die ausstehenden Lactofama-Beiträge, welche die Bauern nicht mehr zu zahlen bereit sind.

Kein Vertrauen in Vorstand


Man habe nichts gegen die gemeinsame saisonale Überschussverwertung, erklärte Godi Siegfried, der Präsident der PMO Züger/Forster. Dass aber die Schweizer Milchproduzenten (SMP) durch das Hintertürchen „Delegiertenversammlung“ entschieden haben, dass dieses „Kässeli“ auch von denjenigen zu speisen ist, die nicht Lactofama-Aktionäre sind, verstehe ich nicht“, so Siegfried.
Generell schien das Vertrauen der Milchproduzenten, die sich im Restaurant Traube versammelt hatten, gelitten zu haben. Der Vorstand handle nicht in ihrem Sinne, sei überaltert oder stamme noch aus der Zeit der Kontingentierung und wisse nicht was es geschlagen habe. So unterzeichneten schliesslich zahlreiche Bauern ein Dokument, welches für die nächste TMP-Generalversammlung ein Abberufungsverfahren des Vorstandes verlangt.

10 Prozent haben nicht bezahlt


TMP-Präsident Ruedi Schnyder kann teilweise nachvollziehen, dass man mit den Beiträgen nicht einverstanden ist. Er erklärt aber, dass der man nach wie vor mit den säumigen Bauern in Verhandlung stehe und dass man grundsätzlich im Sinne einer TMP-Mehrheit zu handeln habe.

„Zu Beginn haben etwa 15 Prozent den Lactofama-Beitrag nicht gezahlt, aktuell sind es noch 10 Prozent“. so der Präsident. Schnyder fügt zudem an, dass bis zum heutigen Tage kein Beitragsfranken eingefordert wurde, der durch die TMP-Generalversammlung nicht legitimiert worden wäre.

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