12.03.2014 07:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wein
VS: Petite Arvine soll 100 Prozent rein sein
Die Walliser Weissweinspezialität Petite Arvine soll zu 100 Prozent aus reinem Rebgut zusammengesetzt sein. Das Walliser Kantonsparlament hat am Dienstag mit grosser Mehrheit ein entsprechendes Postulat an die Regierung überwiesen.

«Das Ziel des Vorstosses ist lobenswert, nicht aber die Form», wehrte sich CVP-Kantonsrat Sébastien Roh gegen das Postulat von Aïda Lips (SVP). Dieses fordert die Walliser Regierung auf, für die Weine der ausschliesslich im Wallis angebauten Rebsorte Petite Arvine ein Verschnittverbot zu prüfen.

Der Branchenverband der Walliser Weine könne bereits heute Reinheitsvorschriften erlassen, wenn dies nötig oder erwünscht sei, argumentierte Roh. Schützenhilfe erhielt Lips hingegen von den FDP-Vertretern Willy Giroud und Charles-Albert Gillioz.

Die kantonale, eidgenössische und europäische Gesetzgebung erlaubt es den Herstellern, bei sämtlichen Weinen bis zu 15 Prozent von anderen Rebsorten beizumischen, ohne dass dies auf der Etikette vermerkt werden muss. Es sei deshalb einfach, einem Petite Arvine 15 Prozent einer billigeren Weinsorte hinzuzufügen, um ihn günstiger verkaufen zu können, gab die die Postulantin zu bedenken.

Bei den Walliser Weinen sollte jedoch nicht der Preis die Differenz ausmachen, sondern die Qualität, so Lips. Der Kanton Wallis habe auch beim Fendant ein Verschnittverbot eingeführt, sodass dieser heute zu 100 Prozent aus Chasselas-Trauben bestehen müsse und als Marke ein gutes Image aufgebaut habe. Das Kantonsparlament folgte der Postulantin und überwies den Vorstoss mit 93 gegen 16 Stimmen an die Regierung.

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