13.09.2016 14:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wirtschaft
Wachstumsprognosen angehoben
Die Schweizer Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr überraschend dynamisch entwickelt. Die Konjunkturforscher der Bakbasel haben daher ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr deutlich erhöht. Neu gehen sie von einem BIP-Wachstum von 1,6 Prozent aus, statt wie bisher von 1,0 Prozent.

Im vergangenen Jahr belief sich das Wirtschaftswachstum hierzulande noch auf 0,8 Prozent. Laut der aktuellen Prognose von Bakbasel wird die Schweiz im laufenden Jahr auf einen steileren Wachstumspfad zurückkehren. Gespannt dürfte man daher auf die in einer Woche anstehenden Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und die Herbstprognosen der anderen Prognoseinstitute sein.

Anziehende Exporte

Vor allem die Exporte hätten sich im ersten Halbjahr spürbar beschleunigt, heisst es in der Medienmitteilung von Bakbasel vom Dienstag. Der Grund dafür seien vor allem die stark expandierenden Pharmaexporte gewesen. Aber auch in anderen Bereichen habe eine zaghafte Erholung eingesetzt.

Grund für Optimismus sieht die Bakbasel auch darin, dass im Juli von den grossen Warengruppen einzig die Uhren weniger Ausfuhren verzeichnet haben. Für das zweite Halbjahr 2016 liessen aktuelle Indikatoren jedoch auf eine wieder etwas gemächlichere Gangart schliessen.

Globale Konjunkturrisiken

Der lange Schatten des starken Frankens liegt dabei weiterhin über der Investitionstätigkeit und der Beschäftigung. Die Bakbasel spricht von einer anhaltenden Zurückhaltung bei den Investitionen. Für Verunsicherung bei den Unternehmen sorgen dabei die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der Unternehmenssteuerreform. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. Sie lag laut Bakbasel im ersten Halbjahr 2016 umgerechnet auf Vollzeitäquivalente um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Ausgeprägt sind zudem weiterhin die globalen Konjunkturrisiken und politische Unsicherheiten. Laut Schätzungen der Bakbasel wird die Weltwirtschaft im laufenden Jahr nur um 2,2 Prozent expandieren. Das wäre dann das schwächste Wachstum seit der globalen Finanzkrise von 2008/2009.

2017 und 2018 graduelle Beschleunigung

Für 2017 und 2018 erwartet Bakbasel eine graduelle Beschleunigung des Wachstums des Bruttoinlandprodukts in der Schweiz auf 1,7 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent. Die bisherigen Prognosen für die beiden Jahre hatte auf 1,5 Prozent und 2,0 Prozent gelautet.

Drei Faktoren sprechen dafür: Erstes dürfte sich der Franken bis Ende 2018 nach und nach auf 1,15 Franken abwerten und damit der Margendruck für Unternehmen nachlassen. Zweitens werde sich der Investitionsstau auflösen, sobald die aktuellen Unsicherheiten in den Hintergrund treten würden. Und schliesslich sei in den nächsten zwei Jahren mit einer moderaten Beschleunigung der Weltwirtschaft zu rechnen.

Arbeitslosenquote sinkt nur marginal

Die Basler Ökonomen erwarten, dass die konjunkturelle Erholung allmählich auch den Arbeitsmarkt und die angeschlagene Konsumentenstimmung erfassen wird. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote dürfte 2017 auf dem derzeitigen Niveau von 3,4 Prozent verharren und im Jahresdurchschnitt 2018 auf 3,2 Prozent sinken. Dies würde auch die Konsumbereitschaft der Haushalte stützen.

Generell rechnen die Konjunkturforscher in den kommenden zwei Jahren für die Schweiz mit einem höheren Wachstumstempo als in der Eurozone.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE