14.02.2017 13:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schirmer
St. Gallen
War es Absicht oder ein Unfall?
Die Schlagzeilen rund um die Liegenschaft Grafenau, welche früher dem Schweinemäster Karl Wick gehörte, reissen nicht ab. Nach illegalem Bauen wurde nun auch mit Heizöl kontaminiertes Wasser in die Umwelt gepumpt.

Einmal mehr sorgt Karl Wick für Wirbel. Milchbauern weit über das Linthgebiet hinaus haben ihre Erfahrungen mit dem Käser längst gemacht, der ihnen Geld schuldig blieb. Auch Käse und Schweine soll er falsch deklariert haben(wir berichteten). Nun kam es bei der ehemaligen Schweinemästerei von Karl Wick in Kaltbrunn zu einem Heizölunfall.

Dabei handelte es sich um eine Überschwemmung im Keller des Haupthauses der Liegenschaft an der Grafenaustrasse, wo Heizöl lagerte. Das war seitens der Kantonspolizei St.Gallen zu vernehmen. Das Brisante: Die Grundeigentümerin MSW Group Altendorf, mit der Karl Wick im Zusammenhang steht, soll einem Arbeiter den Auftrag gegeben haben, das Wasser-Öl-Gemisch ins Freie zu pumpen.

Auftraggeber unklar

Wer genau den Auftrag erteilte, sei Gegenstand der Ermittlungen. Der Schaden ist gross, wird vermutlich mehrere 10'000 Franken ausmachen und vollumfänglich der Grundeigentümerin belastet. Dank sofortigem Handeln von den umliegenden Feuerwehren konnte das Schlimmste aber eingedämmt werden. Bachsperren wurden errichtet, und das Pumpwerk Grynau, welches für die Entwässerung der Ebene zwischen Benken und Uznach sorgt, musste abgestellt werden, damit die Verschmutzung sich nicht weiter ausbreitete.

Die Wasserversorgungen der Gemeinden Uznach, Kaltbrunn und Benken sind nicht betroffen. «In Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und Energie des Kantons St.Gallens sei kontaminiertes Erdreich ausgehoben und fachmännisch entsorgt worden», weiss Markus Schwizer, Präsident der Gemeinde Kaltbrunn. 

Ein Offizialdelikt

Die Gemeinde Kaltbrunn ist die Mieterin des Wohnhauses und nutzt dieses für Asylunterkünfte. Es scheint, dass im Zusammenhang mit dieser Asylunterkunft die Schlagzeilen nicht abreissen wollen. War doch in den regionalen Medien immer wieder von illegalen Bauten und Baustopps, die bis zu einer  Strafanzeige führten, zu lesen. Keine angenehme Sache für Markus Schwizer, der versichert, dass der Gemeinderat laufend alternative Asylunterkünfte prüfe.

Wegen der Tatsache, dass aber keine anderen geeigneten Objekte für diesen Zweck zur Verfügung stehen, seien  sie den Vertrag mit der MSW Group eingegangen. Trotz Kenntnissen über die Zusammenhänge mit Wick. Für die Grundeigentümerin gesellt sich nun zum bestehenden Strafverfahren weiterer Ärger. Gemäss Aussage der Kantonspolizei könne man davon ausgehen, dass es sich um ein Offizialdelikt handle. Auf jeden Fall werde ein Rapport an die Staatsanwaltschaft erfolgen.  

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE