11.11.2013 12:07
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Fleischmarkt
Was werden die Verarbeiter mit den 37 Millionen machen?
Nach dem Entscheid des Bundesrates zur Inlandleistung bleiben viele Fragen offen. Die Meinungen sind geteilt.

Die Wiedereinführung der Inlandleistung per 2015 ist ein Erfolg für den Schweizerischen Fleischfachverband (SFF). Er hatte dies zusammen mit dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) gefordert. Im Jahr 2014 wird in einem ersten Schritt erfasst, wie viele der relevanten Tiere jeder Schlachtbetrieb schlachtet. Anhand der Mengen werden anschliessend die Kontingentsanteile für das Jahr 2015 errechnet. 50% der Kontingente werden weiterhin versteigert und 10% nach der Zahl der an öffentlichen Schlachtviehmärkten ersteigerten Tiere zugeteilt.

Verteilung bleibt unklar


Befürworter erhofften sich von der  Änderung eine gerechtere Verteilung der Importkontingentsanteile. Doch werden in Zukunft tatsächlich die Schlachtauftraggeber, zu denen auch Viehhändler und Tierhalter gehören, berücksichtigt? «Dies wurde leider nicht direkt so umgesetzt», sagt Martin Rufer, Leiter des Departements Produktion, Märkte und Ökologie beim SBV. Die Anteile würden den Schlachtbetrieben zugewiesen, es bestehe aber die Möglichkeit zur Übertragung. «Hier wird es intensive Diskussionen in der Branche geben.»

Peter Bosshard, Geschäftsführer des Viehhändlerverbandes, meint: «Da müssen wir realistisch bleiben. Die Kontingentsanteile werden bei den Verwertern bleiben.»

37 Millionen weitergeben

Durch den Systemwechsel sparen die Schlachtbetriebe Steigerungskosten. Insgesamt 37 Mio. Franken. Der SBV und andere Befürworter fordern, dass dieser Betrag den Produzenten zugutekommt. «Wir erwarten einen positiven Effekt auf die Produzentenpreise», so Rufer. Peter Bosshard ist skeptisch: «Da die Schlachtauftraggeber 40% ihrer Kontingente gratis haben, wird das einen Einfluss auf die Gebote der restlichen 50% Importkontingente haben. Es ist zu hoffen, dass die kleineren Metzgereien mit geringeren Schlachtungen dann auch wirklich vom Systemwechsel profitieren können.

Was den Verarbeitern zugutekommt, fehlt dem Bund. Dieser will die 37 Mio. beim Agrarbudget einsparen. «Der Bund hat mit den Versteigerungen der Fleischkontingente seit 2004 jährlich über 200 Mio. Franken eingenommen», rechnet Rufer. Ursprünglich seien nur 150 Mio. geplant gewesen. Es könne also nicht sein, dass bei den Bauern gespart werde.

Schafzüchter erfreut

Erfreut zeigt sich German Schmutz, Präsident der Schafzüchter: «Der Entscheid des Bundesrats ist für die Schafzüchter sehr wichtig. Ich bin hocherfreut darüber, dass die Inlandleistung an Wert gewinnt.» Es sei ein Anreiz, auch Schweizer Lämmer zu schlachten.





 

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