20.03.2013 18:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Wegen Freihandel - Käse wurde im Laden deutlich billiger
Wie aus dem Marktbericht Milch hervorgeht, erfuhren die Käsepreise im Detailhandel in den vergangenen drei Jahren im liberalisierten Marktumfeld eine deutliche Abwärtstendenz. Der Preis von Konsummilch blieb hingegen praktisch unverändert.

Die offenen Grenzen haben sich auch auf die Preise der Käsesorten ausgewirkt. Seit dem 1. Juni 2007 ist der Handel zwischen der Schweiz und der EU vollständig liberalisiert. Gemäss dem Marktbericht Milch des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) sank zwischen 2010 und 2012 der Konsumentenpreisindex für Käse jährlich um zehn Prozentpunkte. Seit März 2012 verläuft der Index seitwärts, es kam somit zu keinen weiteren Abschlägen in den Regalen. Im Laden kostet ein Kilo Käse rund 15 Prozent weniger als 1999.

Emmentaler: -19%

Der Abwärtstrend bei den Konsumentenpreisen erfasste sämtliche, beobachtete Käsesorten. Wie das BLW schreibt, wurde beim Emmentaler, Tilsiter und Mozzarella das deutlichste Minus beobachtet.

Kostete 2010 ein Kilo Emmentaler Suchoix im Laden durchschnittlich 20,30 Fr., sank der Verkaufspreis 2012 auf 16,40 Fr. Dies entspricht einem Minus von 19 Prozent. Beim Mozzarella fiel der Preis pro Kilo um 18 Prozent auf 9,88 Fr., beim Tilsiter Suchoix auf 14,60 Fr./kg (-16%).

Das BLW macht dauerhafte Preissenkungen (eher selten) sowie Aktionsverkäufe für den Rückgang verantwortlich. Diese Aktionsverkäufe würden zu Schwankungen der Detailhandelspreise führen. Auch wird das Instrument unterschiedlich eingesetzt. Bei Grossverteilern wird dieses weit häufiger angewendet als im Fachhandel.

Tiefere Margen

Doch das BLW macht aber auch die zunehmende Importkonkurrenz – besonders beim Mozzarella - für den Rückgang der Detailhandelspreise verantwortlich. In den vergangenen drei Jahren wurde gemäss dem BLW zwar mehr Käse und weniger Konsummilch abgesetzt. Die erhöhte Nachfrage habe aber keinen Preisanstieg zur Folge gehabt.

Die Konsummilchbereich ist (noch) geschützt, dies erklärt auch die gleich bleibenden Preise. Der Freihandel beim Käse hat sich auch auf die Margen ausgewirkt. Die Bruttomargen bei Verarbeitung–Verteilung entwickeln sich negativ, bei der Konsummilch seien kaum Schwankungen beobachtet worden, schreibt das BLW. Auf stark verarbeiteten Milchprodukten (z. B. Käse) würden erwartungsgemäss deutlich höhere Bruttomargen festgestellt als auf wenig verarbeiteten Produkten (z. B. Konsummilch).

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