14.03.2014 07:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Weinaffäre: Verwirrung über veröffentlichte Dokumente zu Giroud
Die vom Westschweizer Fernsehen RTS veröffentlichten Dokumente zur Affäre Giroud stimmen offenbar nicht mit den Berichten überein, die dem Walliser Kantonschemiker geschickt wurden. Dies sagte die Walliser Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten (SP) am Donnerstag im Grossen Rat.

Die Affäre um den Weinhändler Dominique Giroud beschäftigt das Wallis seit Monaten. Zum einen ist ein Verfahren wegen Steuerdelikten hängig. Zum anderen hatte die RTS im Februar berichtet, dass Giroud angeblich Weine unerlaubt gemischt habe.

Sie stützte sich dabei auf ein Dokument der Schweizer Weinhandelskontrolle, das auf der RTS-Internetseite veröffentlicht wurde. Giroud ging gegen den Artikel vor. Der Bericht musste inzwischen vom Internet entfernt werden. Das Bezirksgericht Sitten bestätigte am Mittwoch entsprechende Massnahmen.

Verschiedene Berichte

Nach den Berichten stellte die Ratslinke der Gesundheitsdirektorin Fragen. Sie wollte vor allem wissen, warum der damals tätige Kantonschemiker keine Anzeige gegen den Winzer eingereicht hatte. Dieser Kantonschemiker ist inzwischen pensioniert.

Esther Waeber-Kalbermatten wies darauf hin, dass sie wegen des Amtsgeheimnisses keine Details zur Affäre bekanntgeben könne. Sie sagte aber, dass die Berichte auf der Internetseite der RTS und jene Berichte, die zwischen 2006 und 2009 an das Kantonslabor geschickt wurden, verschieden seien.

Verfahren eingestellt

Der Kantonschemiker habe die Vorwürfe der Schweizer Weinhandelskontrolle zwischen 2006 und 2009 weiterverfolgt. Er habe Gebühren in Rechnung gestellt und Verwarnungen ausgesprochen, sagte die Walliser Staatsrätin. Sie gab zudem bekannt, dass das Kantonslabor gewisse Fälle an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben habe. Manchmal seien diese Fälle von den Strafverfolgungsbehörden eingestellt worden, sagte Waeber-Kalbermatten.

Giroud hatte die im Bericht der RTS erhobenen Vorwürfe bestritten und gesagt, dass diese Praktiken alltäglich seien. Giroud konnte die Verstösse jedes Mal in Ordnung bringen und bezahlte bescheidene Bussen. Zu einem Strafverfahren kam es nie. Der Branchenverband zeigte sich Ende Februar «erstaunt» über die milden Strafen und forderte Erklärungen vom Kanton Wallis. Dass solche Praktiken alltäglich seien, wies die Walliser Weinbranche vehement zurück.

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