16.09.2017 07:18
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Sömmerung
Weniger Futter, guter Alpkäse
Frost im Frühling und Trockenheit im Juni haben auf den Alpen das Graswachstum gebremst. Frühere Alpabfahrten, weniger Milch und weniger Alpkäse sind die Folgen. Die Alpkäsequalität hingegen ist gut.

Überall in der Schweiz finden Alpabfahrten und Alpkäseprämierungen statt. Für einige Älpler und Bauern im Bündnerland wurde die Rückkehr ins Tal allerdings zu einer «Feuerwehrübung», wie Gujan Töni, Alpwirtschaftsberater am Plantahof, weiss: «Wegen dem schlechten Wetter und dem Schnee mussten sie die Alpen am Sonntag überstürzt verlassen.» Teilweise fehlte es an Lastwagen für den Transport.

Weniger Milch und weniger Käse


Zur Saison 2017 zieht Töni im Bündnerland eine etwas durchzogene Bilanz: «Das kalte Frühlingswetter mit Frost liess das Graswachstum auch auf den Alpen stoppen. In gewissen Höhenlagen machte es den Anschein, dass das Futter den ganzen Sommer über unter dem Frost im Frühling gelitten hat.» Die warmen Temperaturen und der Niederschlag hätten eine Bestossung zur üblichen Zeit zwar zugelassen, doch: «Die Trockenperiode im Juni liess Wasser und Gras auf einigen Alpen knapp werden.»

Im Vergleich zu 2016 habe es weniger Milch und weniger Käse gegeben: «Der Grund dafür wird wohl bei der Weidequalität und bei der Futtermenge respektive beim Frost im Frühling und bei der Trockenperiode im Frühsommer liegen.» Von knappem Graswachstum im Sommer berichtet auch Martin Jutzeler vom Inforama Berner Oberland: «Weil das Gras nach dem frühen Vegetationsbeginn schlecht nachgewachsen ist, finden die Alpabfahrten teilweise früher als geplant statt.»

Rega: Mehr Kühe geborgen

Jörg Beck, Geschäftsführer des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes, hat von den Älplern mehrheitlich positive Rückmeldungen zur Saison 2017 erhalten: «Sie sind zufrieden, auch wenn es ein eher trockener Sommer war. Der abrupte Wetterwechsel vom Wochenende hat den einen oder anderen Alpbestösser allerdings dazu bewegt, früher abzufahren.» Bezüglich Qualität verspreche 2017 gesamtschweizerisch ein guter Käsejahrgang zu werden.

Die Rega ist in dieser Alpsaison bis am 10. September bereits 1170 Einsätze geflogen, um verletzte, abgestürzte oder tote Kühe aus unwegsamem Gelände bis zur nächsten mit einem Fahrzeug erreichbaren Stelle zu transportieren – das sind je rund 100 Einsätze mehr als im gleichen Zeitraum der Jahre 2016 und 2015.

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