16.01.2015 13:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Konjunktur
Wer vom starken Franken profitiert
Die schlagartige Aufwertung des Frankens kennt auch Gewinner. Unternehmen die stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind und ihre Ware aus dem Ausland beziehen, profitieren nun. Die Loslösung des Frankens vom Euro bringt aber neue Probleme mit sich.

Reiseanbieter wie beispielsweise Kuoni profitieren vom derzeit schwächeren Euro und Dollar, gerade im Online-Geschäft. Sie kaufen ihre Kontingente für Hotels und Flüge von Internationalen Datenbanken.

Günstigere Ferien

Alles was dort eingekauft werde, unterliege dem Tagespreis, erklärte Kuoni Sprecher Peter Brun am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Je stärker der Franken ist, desto günstiger kann Kuoni deshalb auf diesen Plattformen einkaufen. Davon profitiert auch der Kunde. Man habe nach dem SNB-Entscheid bereits eine Zunahme bei den Online-Buchungen festgestellt, sagte Brun weiter. Im klassischen Reisebürogeschäft mit fixierten Katalogpreisen sei die Situation aber anders. Hier müssten nun Massnahmen geprüft werden.

Der Reiseanbieter FTI Touristik hat bereits auf den stark schwankenden Kurs des Frankens reagiert. Ab sofort biete man den Kunden die Möglichkeit, in den Schweizer Reisebüros die Ferienangebote auch in Euro zu wählen, teilt FTI-Touristik am Freitag mit.

Gemischte Gefühle bei Autohändler

Auch die Autoimporteure können künftig günstiger einkaufen. Für François Launaz, Präsident von Auto Schweiz, dem Branchenverband der Autoimporteure ist klar: «Die Preise für Neuwagen werden runter gehen». Dies werde allerdings nicht von heute auf Morgen geschehen, sondern sukzessive über die kommenden Monate.

Der Grund sei, dass es bei den Händlern noch grosse Lagerbestände an Autos gebe, die während des Regimes des Euro-Mindestkurses gekauft worden seien, sagte Launaz am Freitag gegenüber der Nachrichtenagnetur sda. Der mittelfristige Preisrückgang bei den Neuwagen hat auch einen Einfluss auf die Occasionen. Auch sie würden nun an Wert verlieren, gibt Launaz zu bedenken. Und weil in der Schweiz rund die Hälfte aller Neuwagen geleast würden, beschere das den Autohändlern Verluste.

"Gigantische Wertvernichtung"

Mit der «gigantischen Wertvernichtung» nehme auch das Risiko bei der Finanzierung von Fahrzeugen zu, heisst es am Freitag in einem Communiqué von Auto Schweiz. Denn die Restwertberechnungen der Fahrzeuge seien von den Schwankungen des Wechselkurses abhängig.

Die neue Unsicherheit rund um den Franken sieht auch Jan Egbert Sturm von der Konjunkturforschungssteller der ETH Zürich (KOF) als Problem. Zwar hätten sich die Importe nach Aufhebung des Mindestkurses nun verbilligt. Aber in drei Monaten könne schon alles wieder anders aussehen, sagte Sturm am Freitag auf Anfrage der sda.

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