14.10.2020 18:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Werden Sie Stellplätze anbieten?
Ferien mit dem Camper oder Wohnmobil in der Schweiz stossen auf grossen Anklang. Davon können auch Bauern partizipieren. Es werden Stellplätze gesucht. Werden Sie solche auf Ihrem Hof anbieten? Abstimmen und mitdiskutieren

Die Corona-Pandemie hat die Welt derzeit fest im Griff. Das Virus wirkt sich auch auf das Reiseverhalten der Bevölkerung aus. 

Grosse Nachfrage

Das Reisen im Camper und Wohnmobil findet seit einiger Zeit grossen Anklang. Die Corona-Pandemie hat den Boom verstärkt. Von diesem Trend können auch Landwirte partizipieren. Im Ausland werden auf Plattformen Stellplätze auf Bauernhöfen angeboten. 

Gemäss Agrotourismus Schweiz sind die Anfragen für Stell- und Campingplätze auf der Agrotourismus-Website dieses Jahr um über 300 Prozent in die Höhe geschnellt. Zwar haben einige Bauernhöfe spontan Plätze angeboten, doch die Nachfrage ist massiv höher als das Angebot. Viele Anbieter waren rasch ausgebucht.

Was braucht es für einen Stellplatz

«Ein Stellplatz ist nicht zu verwechseln mit einer zugewiesenen Parzelle auf einem Campingplatz. Es ist eigentlich nicht viel mehr als ein Parkplatz», sagt Gerry Meyer vom Verein Wohnmobilland Schweiz gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst (lid). Der Begriff «Stellplatz» sorge immer wieder für Verwirrung, denn im Gegensatz zu einem offiziellen Stellplatz wie auf einem Campingplatz, brauche es für einen Stellplatz in der Regel keine baulichen Massnahmen. Das Raumplanungsgesetz (RPG) spielt keine Rolle

Gemäss Meyer braucht es wenig, um einen Stellplatz zur Verfügung stellen zu können. Die meisten Wohnmobil-Reisenden würden sich über Stromversorgung und eine Möglichkeit, den Abfall zu entsorgen, freuen. 

Als Stellplätze eignen sich Kiesplätze oder ein gut gemähter Rasenbereich, der nahe am Hofgebäude liegt. «Und es ist sicher von Vorteil, wenn der Stellplatz relativ flach ist», sagt Meyer. Er empfiehlt Bauern, bei den Stellplätzen einige Regeln aufzustellen. Vor allem Sicherheitsaspekte müssen beachtet werden, damit es keine Unfälle mit Landmaschinen oder Tieren gibt.

Angebote vom Hofladen

«Das Wohnmobil muss aber stets nahe beim Hof stehen, nicht weiter als 30 bis 40 Meter vom Ökonomiegebäude entfernt», sagt Andreas Allenspach, Geschäftsführer von Agrotourismus Schweiz. 

Der Bauern können die Einnahmen bei den Stellplätzen noch zusätzlich erhöhen. Nebst den Standgebühren können Landwirtinnen und Landwirte auch Produkte vom Hof anbieten. 

Online-Plattform

Ein Angebot mit Stellplätzen will Landcamp.ch in der Schweiz ins Leben rufen. Die Online-Plattform will auf die Stellplatzangebote, Produkte und Dienstleistungen der Landwirtschaftsbetriebe aufmerksam machen.  

Gemäss landcamp.ch erfolgt die Zusammenarbeit partnerschaftlich im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung. «Der Landwirt, Obstbauer oder Winzer entscheidet selbst, wann, wie lange und vor allem wie viel Infrastruktur er zur Verfügung stellen darf, kann und will», so die Betreiber der Plattform. 

Voranmeldung

Die Landcamp-Partner werden auf einer interaktiven Karte mit Kurzbeschrieb, Angebot und Foto auf der Online-Plattform vorgestellt, so dass Reisende sofort erkennen, wo sich in der Umgebung ihres Standorts oder Reiseziels ein Landcamp-Bauernhof befindet. 

Registrierte Landcamp-Reisende erhalten eine Jahresvignette mit Kontrollschildnummer, welche sie am Fahrzeug anbringen und sich damit ausweisen müssen. «Damit bleiben Kontrollfunktion und allfällige Lenkungsmassnahmen jederzeit gewährleistet», schreibt das Unternehmen. 

Ziel der Betreiber ist es, die Landcamp-Plattform im Frühsommer 2021 für Wohnmobilreisende aufzuschalten und in den entsprechenden Ferien- und Reisekanälen zu platzieren und kommunizieren. 

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