17.02.2017 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Windpark Schwyberg gefährdet
Das Windparkprojekt Schwyberg Fr steht auf der Kippe. Das Freiburger Kantonsgericht hat im zweiten Anlauf einen Rekurs von vier Umweltorganisationen gutgeheissen.

Der Windpark ist im Gebiet der Gemeinden Plaffeien und Plasselb geplant. Dafür wurde eine Spezialzone ausgeschieden. Die neun geplanten Windräder messen 140 Meter und sollen pro Jahr je 50 Gigawattstunden (GWh) Strom. Dies entspricht dem Verbrauch von 12'500 Haushalten. Der Kanton gab dem Windpark 2012 grünes Licht.

Vögel gefährdert

Der Rekurs der Umweltorganisationen Schweizer Vogelschutz/BirdLife Schweiz, Stiftung Landschaftsschutz, Mountain Wilderness und Pro Natura wurde in einem ersten Anlauf vom Kantonsgericht abgelehnt. Sie befürchten negative Auswirkungen für die Vögel. Der Windpark gefährde zudem die Artenvielfalt. Die Gegner stören sich aber auch am starken optischen Eingriff in die voralpine Landschaft.

Der Weiterzug des Urteils ans Bundesgericht lohnte sich für die Umweltorganisationen. Die Lausanner Richter hiessen die Beschwerde gut. Sie ordneten an, dass das Kantonsgericht Freiburg nochmals prüfen muss, ob sich der Schwyberg als Standort für einen Windpark mit neun Windrädern eignet oder ob es Alternativen dazu gibt.

Keine ausreichende Standortevaluation

In seinen Erwägungen attestierte das Bundesgericht dem Kanton Freiburg, in dessen Richtplanung verschiedene Standorte für Windkraftanlagen geprüft zu haben. Es sei jedoch keine ausreichende Standortevaluation gemacht worden. Zudem bedürfe es einer Grundlage im kantonalen Richtplan. Grund dafür seien die starken Auswirkungen auf den Raum und die Umwelt durch das geplante Projekt.

Das Kantonsgericht nun dem Projekt die Bewilligung entzogen, wie aus dem am Donnerstag publizierten Urteil hervorgeht. Weil im Richtplan keine genügende Grundlage für den Windpark bestehe, habe die Spezialzone nicht genehmigt werden dürfen. Der Ball liegt nun bei den Gemeinden und der Schwyberg Energie AG, die gegen das Urteil des Kantonsgerichts beim Bundesgericht Beschwerde einreichen können. Alternativ können sie ein neues Baugesuch stellen und alternative Standorte vorschlagen.

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