20.12.2012 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Winter und Weihnachtsstimmung haben Kauflust beflügelt
Der frühe Schnee hat in den Läden die Weihnachtsstimmung angeheizt und die Kunden zum Einkaufen animiert. Die Detailhändler sind kurz vor Heiligabend mit ihren Geschäften zufrieden. Ob die Festtags-Bilanz zum Ende richtig glänzt, hängt allerdings von den nächsten Tagen ab.

Wie alle Jahre wieder locken die Läden mit reichlich feierlicher  Dekoration und Spezialangeboten zum Weihnachtsshopping. Zusätzlich  dürfen sie ihre Tore auch an einigen Sonntagen offen halten. Die  Konsumenten nutzen die Möglichkeit und drücken sich in Massen durch  die Gestelle.

Gemäss einer Studie geben sie dabei dieses Jahr durchschnittlich  41 Franken mehr aus als noch im Vorjahr. 996 Franken sind es pro  Haushalt, wie das Beratungsunternehmen Deloitte berechnete.

Für Barbara Siegenthaler, Pressesprecherin der Migros Aare, ist  dies kaum überraschend. «Gerade wenn während des Jahres etwas mehr  aufs Portemonnaie geschaut wird, lässt man es sich an Weihnachten  gut gehen. Wir stellen das immer wieder fest», sagte sie auf Anfrage  der Nachrichtenagentur sda. Die Migros Aare rechnet dieses Jahr denn  auch mit einem erneut höheren Weihnachtsumsatz.

Dass man es sich dieses Jahr zu Hause schön macht und sich  Weihnachten gönnt, zeigt sich bereits jetzt in den  Verkaufsabrechnungen bei Globus. «Weihnachtsschmuck hat sich sehr  gut verkauft. Das deutet darauf hin, dass die Kunden ihre Bäume neu  schmücken oder erweitern», erklärte Globus-Sprecher Jürg Welti.

Auch bei der Genossenschaft Migros Luzern ist das  Weihnachtsgeschäft gut angelaufen. «Mitgeholfen hat da sicher auch  die winterliche Stimmung bis in die tiefen Lagen», sagte  Mediensprecherin Rahel Probst.

In der Zentralschweiz wie auch in der Region Bern haben die  Migros-Kunden viele Gutscheine in Form von Geschenkkarten gekauft.  Bei der Unterhaltungselektronik griffen die Konsumenten zu Tablets,  bei den Kinderspielwaren zu Playmobil sowie zu Stofftieren. In den  Manor-Warenhäuser waren zudem Kaschmirpullover, Uhren und Schmuck  besonders gefragt.

Lachs und Panettone

Bei den Lebensmitteln rangieren im Detailhandel hochwertiges  Fleisch, exotische Früchte, Produkte aus den Edellinien und  Delikatessen wie Lachs, Terrine und Panettone zuoberst auf den  Verkaufsranglisten.

Zudem fragen die Konsumenten vor allem Schweizer Qualität nach,  wie ein Coop-Sprecher sagte. Bioartikel und Produkte der Marke Fine  Food seien bisher gefragt gewesen, zudem natürlich die typischen  Weihnachtsmitbringsel wie Geschenkkörbe, Pflegeprodukte und Parfums.  Beim Wein kommen dieses Jahr vor allem Merlot aus dem Tessin oder  edle Tropfen aus dem Wallis auf den Tisch.

Wein ist auch bei Denner gefragt. Die etwas höheren Verkäufe  führt eine Sprecherin aber auch auf das neue Online-Verkaufsangebot  zurück. Traditionell gerne kaufen Konsumenten vor Weihnachten nebst  Wein und Lachs bei Denner auch Braten, Weihnachtskonfekt und  Pralinen.

Der Weihnachtsumsatz bei Denner wird wohl leicht höher ausfallen,  allerdings hat die Kette auch 25 neue Filialen eröffnet. Auf  vergleichbarer Basis liegt er bis dato in etwa auf Vorjahresniveau.

Jede Minute zählt

Für eine definitive Bilanz ist es den meisten Händlern zu früh.  «Wir sind zuversichtlich, dass wir das Jahr 2012 erfreulich  abschliessen werden», sagte etwa Coop-Sprecher Urs Meier. Bei Manor,  wo das Weihnachtsgeschäft durchschnittlich sogar ein Viertel des  Gesamtumsatzes ausmacht, rechnen die Verantwortlichen mit  Ergebnissen auf Vorjahreshöhe. Doch mehr als eine grobe Einschätzung  wagen Manor und die anderen Läden noch nicht.

Denn im Weihnachtsgeschäft zählt jede Minute und jeder Rappen. Am  17. Dezember beginnt der Countdown: Die Woche vor Heiligabend ist  entscheidend, weil in dieser Zeitspanne meist die spezielleren und  teuren Lebensmittel für die Festtage gekauft werden. Selbst an  Heiligabend reizen die Konsumenten die Ladenöffnungszeiten bis zur  letzten Minute aus.

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Doch nach Weihnachten ist bereits wieder vor dem Fest: Die Tage  danach sorgen bei den Detailhändlern keineswegs für Katerstimmung.  Dann fragen die Kunden Schaumwein und Champagner für Silvester und  Neujahr nach.

Ist es an Weihnachten das Filet im Teig, verkaufen sich nach den  eigentlichen Festtagen das Fondue Chinoise oder Zutaten für den  Tischgrill sehr gut.

Zudem beginnt nach den Festtagen der Ausverkauf. «Viele haben  zwischen Weihnachten und Neujahr frei und nutzen die Zeit, um  einzukaufen», sagte Barbara Siegenthaler von der Migros Aare. Dass  dann selbst die Fachmärkte zu begehrten Bummelzonen werden, hat man  auch in Luzern festgestellt.

Ob sich die gute Konsumstimmung bis zum Jahresende halten kann  und zu mehr Umsatz führt, wird sich im Januar zeigen. Dann  publiziert das Bundesamt für Statistik jeweils die entsprechenden  Zahlen. Im letzten Jahr standen die Läden unter Druck wegen des  Einkaufstourismus nach Deutschland.

Die Umsätze 2011 lagen gemäss Bundesamt für Statistik denn auch  nominal 1,1 Prozent tiefer. Um die Preisentwicklung bereinigt haben  sie aber immerhin um 1,3 Prozent zugelegt.

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