12.04.2016 08:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Graubünden
«Wir bauen auf 1900 m.ü.M. Kartoffeln an»
Rebecca Clopath ist nicht nur eine bekannte Köchin. Sie setzt sich auch für die Nachhaltigkeit und für Regionalprodukte ein. Diese baut sie im Bündnerland auch selber an – bis hinauf auf 1900m über Meer.

Das Nachhaltigkeitsforum eco.ch hat die Naturköchin Rebecca Clopath zur Preisträgerin des Prix eco.ch in der Kategorie «Hoffnungsträger» gewählt. Clopath lege besonderen Wert auf regionale, nachhaltige und fair produzierte Produkte und Lebensmittel, begründet der Präsident des Vereins eco.ch, Nationalrat Beat Jans, die Wahl.

Ausbildung am Hondrich

Clopath ist nicht nur eine gefeierte Köchin, sondern bald auch eine  ausgebildete Bäuerin. «Ich werde im Sommer die Bäuerinnenausbildung beginnen und hoffentlich mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abschliessen», betont sie. «Ich finde es wunderschön zu wissen, woher unsere Nahrung kommt.»

Dass Clopath die Ausbildung am Hondrich bei Spiez BE beginnen wird, mutet etwas speziell an. Schliesslich ist sie auf einem Bauernhof in Lohn GR aufgewachsen. Doch könne sie am Hondrich die Ausbildung am besten mit der Arbeit in der Küche verbinden, erklärt sie.

Nach ihrer Kochlehre bei Oskar Marti im Restaurant Moospinte in Münchenbuchsee BE  arbeitete Rebecca Clopath mit dem Patissier Rolf Mürner und im Berner Casino. Seit 2009 wirkt sie in der Küche von Stefan Wiesner in Escholzmatt LU mit und holte 2010 mit der Junioren-Kochnationalmannschaft den Weltmeistertitel. Seit 2013 ist sie Fair-Trade-Botschafterin von Max Havelaar.

Milch wird verkäst

Clopath kann nicht nur gut kochen, sondern auch zupacken. «Ich bin zurzeit bei Willi Schmid in der Stättlichäsi in Lichtensteig SG am Arbeiten, um ein wenig in die  Welt der Käse einzutauchen und in Zukunft eigenen Käse, Butter, Rahm, Quark und Joghurts aus der Milch unserer Kühe herzustellen», erklärt sie.

Den elterlichen Betrieb in Lohn möchte sie bald übernehmen. «Mir ist wichtig, dass ich weiss, woher die Nahrungsmittel kommen und ob sie nachhaltig und fair produziert wurden – in Bezug auf die Menschen, die Tiere und den Boden.»  Es sei wichtig, sich zurückzubesinnen, wie früher Früchte und Gemüse haltbar gemacht wurden.

Das Dorf einbeziehen

Ideen, was sie auf dem Betrieb, der seit 1992 biologisch geführt wird, produzieren will, hat sie viele. Einige wurden bereits umgesetzt: «Wir bauen auf 1900 Meter über Meer Pro-Specie-Rara-Kartoffeln und Wurzelgemüse an. Nun experimentieren wir, welches Obst wir im Dorf auf 1600 Meter Höhe produzieren könnten.»

Mit den eigenen Erzeugnissen kreiert sie unter dem Motto «Ess-Wahrnehmung» Gerichte zu speziellen Themen, die sie im Kafi Fortuna auf dem Betrieb anbietet. «Dabei setze ich auch auf Produkte von regionalen Produzenten, die mit Achtung und Freude an der Natur und in der Landwirtschaft arbeiten.»

Hoffnungsträger

Der «Hoffnungsträger»-Preis des Prix eco.ch wird jährlich einer Schweizer Persönlichkeit verliehen, die eine breite Öffentlichkeit anspricht und für nachhaltige Entwicklung motiviert. Am 27. Mai werden die Gewinner in den Kategorien «Generation Zukunft» und «Hauptpreis» geehrt. sum

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