12.06.2015 12:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Konjunktur
Wirtschaft wächst nur schwach
Der starke Franken hält die Schweizer Wirtschaft fest in Griff. Befreit vom Druck sind nur Unternehmen, die ihre Geschäfte in Asien oder Nordamerika machen und keine europäische Konkurrenz fürchten. Weil das wenige sind, wird die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr nur moderat wachsen.

Die Konjunkturexperten der ETH rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Sie sind zwar etwas optimistischer als noch im Frühling, als sie ein Plus von 0,2 Prozent veranschlagten.

Doch auch gemäss den am Freitag veröffentlichten Sommerprognosen wird es im laufenden Jahr eine kurze Phase der Rezession geben. In der Leseart der Ökonomen ist eine Rezession gegeben, wenn das Wirtschaftswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schwächer wird. Für 2016 geht die KOF von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,3 Prozent aus. Auch das ist leicht besser als noch im März, als sie mit einem Prozent rechnete.

Entwicklung im Ausland hilft Schweizer Konjunktur

Grund für die leichte Korrektur nach oben sind die Entwicklungen im Ausland. Im Euroraum dürfte sich gemäss KOF die Erholung fortsetzen, denn die Zentralbank pumpt momentan Geld in die Märkte. Die Zinsen fallen, frisches Geld wird günstiger, Unternehmen können sich Investitionen leisten respektive geliehenes Geld schneller zurückzahlen. Auch in den Schwellenländern stehen die Zeichen auf Wachstum.

Doch in der Schweiz zeigen sich gleichzeitig auch die Folgen der Aufhebung des Mindestkurses. Im Januar hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Euro-Wechselkursuntergrenze fallen gelassen, seither ist der Franken stärker geworden. «Die Folge ist zunächst ein starker Druck auf die Gewinnmargen, dem nur durch Effizienzsteigerung sowie Verlagerung der Produktion oder Teilen davon ins Ausland begegnet werden kann», schreibt die KOF. Eine Stütze bleibt der private Konsum. Er wird um 1,9 Prozent respektive um 1,8 Prozent im Jahr 2016 wachsen.

Leicht höhere Arbeitslosenquote

Die schwierige Lage der Unternehmen spiegelt sich auf dem Arbeitsmarkt. Im zweiten Halbjahr wird die Arbeitslosigkeit darum leicht ansteigen. Im Jahresdurchschnitt wird eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent resultieren. In den Jahren 2014 und 2013 betrug sie 3,2 Prozent.

Die Ökonomen der KOF sind zumindest für 2015 leicht pessimistischer als die Kollegen von anderen Prognosestellen. Diese rechnen im Durchschnitt mit 0,7 Prozent Wachstum im laufenden Jahr. Hingegen veranschlagen sie nur 1,2 Prozent für 2016. Das sind die Werte aus dem am vergangenen Montag veröffentlichten KOF Consensus Forecast. Für diesen Bericht sammelt die KOF die Prognosen von 16 bis 20 Instituten, während sie in den regulären vierteljährlichen Prognosen eigene Berechnungen aufstellt.

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