2.08.2013 13:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Aargau
Zahl der Tierhalter rückläufig
Die Entwicklung der Tierhaltung ist im Aargau analog der ganzen Schweiz, aber die Leistungen sind überdurchschnittlich

Der 52-seitige neueste aargauische Tierzuchtbericht des Landwirtschaftszentrums Liebegg in Gränichen gibt Auskunft über die Tierbestände im Kanton bei Milchvieh, Fleischrindern, Pferden, Schafen, Schweinen, Ziegen und Nutzhühnern sowie über die Rassenverteilung, die Entwicklung der Herdebuchtiere, die Eliteschauen, Auktionen und Weiterbildungsveranstaltungen.

Rückgang der Betriebe

In allen Sparten ausser bei den Mutterkuhhaltern nahm die Zahl der Tierbesitzer gegenüber dem Vorjahr erneut etwas ab; deutlich ins Auge springt der Rückgang der Betriebe aber im längerfristigen Vergleich. So reduzierte sich seit 1999 die Zahl der Rindviehhalter von 2699 auf 2076, der Schweinehalter von 846 auf 431, der Hühnerhalter von 1541 auf 857.

In dieser Zeitspanne sank die Zahl der Milchkühe von 37'821 auf 28'028, während sich die Anzahl Mutterkühe auf rund 1000 verdoppelte. Auch die Bestände der andern Tiergattungen wurden grösser: die Zahl der Schweine stieg von 83'383 auf 101'586, der Pferde von 3'664 auf 4'814, der Schafe von 16'620 auf 23'454, der Ziegen von 1052 auf 1974, der Leghennen von 231'497 auf 319352 und der Maststiere von 174'391 auf 342'476.

Gute Leistungen

Die Entwicklung der Herdebuchbestände beim Rindvieh verlief im Aargau wie in der ganzen Schweiz unterschiedlich. Das Braunvieh nahm seit 2000 um 21,7 Prozent auf 4927 Tiere ab, das Fleckvieh legte um 11,7 Prozent auf 10'003 Tiere und die Holsteinrasse um 37,3 Prozent auf 4543 Tiere zu. Die durchschnittlichen Herdebuchbestände pro Betrieb stiegen in den letzten Jahren deutlich, aktuell betragen sie beim Braunvieh 23, beim Fleckvieh 26 und bei den Holsteinern 32 Tiere.  

Was die durchschnittlichen Milchleistungen (Standardlaktationen) der Herdebuchtiere betrifft, liegen alle drei Rassen im Aargau über dem schweizerischen Durchschnitt: Braunvieh 7497 kg (CH 6911 kg), Swiss Fleckvieh 7943 kg (7385 kg), Holstein 8987 kg (8435 kg). Die guten Leistungen sind wohl nicht zuletzt auch auf rege Züchteraktivitäten, Fachtagungen und Wettbewerbe wie Eliteschauen mit Auszeichnungen zurückzuführen.      

Schwierige Marktverhältnisse in der Schweinezucht und -mast führten im Aargau zu einem deutlichen Strukturwandel, indem sich die Zahl der Tierhalter um die Hälfte auf 431 verringerte; die Bestände stiegen hingegen seit 1999 von 83'383 auf 101'586 Tiere. Ähnlich verlief im gleichen Zeitabschnitt die Entwicklung in der Nutzhühnerhaltung: Nur noch halb so viel Besitzer (857), hingegen grössere Tierbestände. Bei den Leghennen hielt die Zunahme unvermindert an, beim Mastgeflügel war der jüngste Trend etwas rückläufig.      

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