4.10.2018 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Buchhaltung
Zahlen-Wirrwarr geht weiter
Die jährlich publizierten Zahlen zum Einkommen der Bauernfamilien sind ein Verwirrspiel mit Zahlen, die jedermann nach seinem Gusto interpretieren kann, heisst es in einer Mitteilung. Agroscope wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) hat die von Agroscope publizierten Zahlen zum Einkommen 2017 der Bauernfamilien zur Kenntnis genommen, heisst es in einer Mitteilung.

Wie jedes Jahr werde mit dem Verwirrspiel von Betriebseinkommen, der Differenzierung von Berg- und Talregion und dem Einkommen pro familieneigene Arbeitskraft ein unübersichtlicher Zahlensalat angerichtet, der die Aussage über das Durchschnittseinkommen stark beschönige. Denn die als "Durchschnitt" präsentierten Zahlen beruhten auf dem obersten Quartil der ausgewerteten Buchhaltungsresultate, heisst es weiter in der Medienmitteilung.

Agroscop widerspricht

Daniel Hoop von Agroscop widerspricht dieser Aussage des SBLV. Der Durchschnitt des landwirtschaftlichen Einkommens, der jährlich von Agroscope publiziert werde, sei tatsächlich der Durchschnitt aller ausgewerteten Buchhaltungsdaten und beruhe nicht nur auf dem obersten Quartil. "Wir sind der Meinung, dass die Vorwürfe zur Komplexität unserer Medienmitteilung übertrieben sind und laden die interessierten Leser ein, sich selbst eine Meinung zu bilden", so Hoop.

Weitere Erklärungen und Grafiken seien unter www.grundlagenbericht.ch im Bericht «Die wirtschaftliche Entwicklung der schweizerischen Landwirtschaft 2017» zu finden, ergänzt Daniel Hoop.

Verständliche Botschaften

Weiter schreibt der SBLV in seiner Mitteilung: "Es gilt also festzuhalten, dass die Spitzenverdiener unter den Bäuerinnen und Bauern als Selbständigerwerbende pro Jahr rund CHF 50'000.- verdienen und das inklusive Direktzahlungen! Wir klagen nicht über diese Zahl, denn jede einzelne Person kann für sich selber entscheiden, ob sie weiterhin zu solchen Konditionen arbeiten möchte oder nicht und Bauernfamilien sind sich einen bescheidenen Lebensstandard gewohnt." Der SBLV legt grossen Wert darauf, dass das jährliche Verwirrspiel durch klar verständliche Botschaften ersetzt wird.


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