5.07.2014 12:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
ZG: Pionierprojekt für Energieversorgung in Planung
Frühestens ab 2018 soll ein ganzes Zuger Wirtschafts- und Wohngebiet mit See- und Grundwasser geheizt und gekühlt werden. Stadt und Kanton planen mit den Wasserwerken Zug (WWZ) das Pionierprojekt, mit dem bis zu 80 Prozent der heutigen CO2-Emissionen vermieden werden könnten.

Das Projekt wurde am Freitag präsentiert. Das Versorgungsnetz besteht aus einem hydraulisch in sich geschlossenen System samt SmartGrid-Verbrauchssteuerung. Es ist mit normalem Wasser gefüllt und wird hauptsächlich mit Energie aus See- und Grundwasser versorgt. Zwei Hauptleitungen versorgen ein je rund 700 Meter breites Einzugsgebiet.

Gründung von Energieverbund

Dass das System funktionieren kann, belegt eine Machbarkeitsstudie, wie die Planungspartner in einer Mitteilung schreiben. Verglichen mit den heutigen fossilen Energieträgern könnten die CO2-Emissionen um bis zu 80 Prozent verringert werden. Dies sei ein wichtiger Schritt zur 2000-Watt-Gesellschaft. Zu deren Zielen hatte die Stadtzuger Bevölkerung 2011 Ja gesagt.

Im Hinblick auf die Umstellung von fossiler auf erneuerbare Energie wollen Stadt und Kanton Zug einen Energieverbund gründen. Dieser soll sicherstellen, dass die Gebäude vom Aabach- und Siemens-Areal bis ins Gebiet Neufeld Zug mit Seewasser geheizt und gekühlt werden können, wie es in der Mitteilung heisst.

Für den Kanton ist das Projekt von grossem Interesse: 2008 hatte der Regierungsrat ein Leitbild verabschiedet, das den Kanton zu einer nachhaltigen Energie- und Umweltpolitik verpflichtet. Das Legislaturprogramm bekräftigte die Ziele, verschiedene Massnahmen wurden bereits umgesetzt.

Kosten: 240 Millionen

Der Energieverbund biete nun eine weitere Chance die erneuerbaren Energien zu fördern und das Potenzial verfügbarer Strom- und Wärmequellen zu nutzen, wird Baudirektor Heinz Tännler (SVP) in der Mitteilung zitiert. Im übrigen profitiere auch der Kanton vom neuen System: Sein Verwaltungszentrum an der Aa und die geplante Erweiterung «Fokus» liegen im Verbundgebiet. Deshalb bestehe durchaus «ein gewisser Eigennutz», so Tännler.

Die Kosten für die Erstellung des Systems werden auf rund 240 Millionen Franken geschätzt - die erste Etappe wird rund 45 Millionen Franken kosten, wie der Zuger Bauvorstand André Wicki (SVP) auf Anfrage sagte. Die jährlichen Betriebskosten der ersten Etappe dürften rund 3,5 Millionen Franken betragen - vergleichbar mit Gas und damit «attraktiv für die Wirtschaft und für uns».

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