22.02.2017 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
ZMP-Chef kritisiert Medien
Der Geschäftsführer der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) sieht zu viele negative Berichte zum Milchmarkt. Pirmin Furrer kritisiert im jüngsten Newsletter die Medien.

Aktuell werde sehr viel Negatives über die Milchbranche berichtet. Er nennt als Beispiel den Käseexport nach Dänemarkt für 1,5 bis 3,0 Euro pro Kilo Käse. Das sei nicht repräsentativ für die gesamte Branche, dabei sei es nur um 50 Tonnen gegangen. Es werde zu viel in den kleinen negativen Beispielen herumgewühlt, die die ganze Milchbranche hemmten und Vertrauen zerstörten.

«Ich bin der Meinung, dass wir solche Negativmeldungen vermeiden müssen», so Furrer. Das Positive gehe vergessen. Bei Erfolgsprodukten wie Knospe, Tête de Moine oder Gruyère stimmten sich die Beteiligten hinter dem Produkt ab und legten gemeinsam eine Strategie fest. Im Molkereimilchkanal sei das leider nicht so, hält Furrer fest. «Wir haben sehr viele Beteiligte, die nur für sich handeln.»

Es gebe zu viele Milchproduzenten, die alles negativ redeten, mit dieser Haltung komme man aber nicht weiter. «Wir brauchen eine Einheit, ein klares Profil, wofür die Molkereimilch steht und wofür nicht. Diese Überzeugungsarbeit müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern leisten, sodass wir auch mit der Molkereimilch erfolgreich werden.»  

Dann schreibt Furrer: «Weitere Gremien auf nationaler Ebene zu installieren, welche sich nun um den Milchmarkt kümmern, erachte ich als nicht zielführend.» Die Einigkeit, welche es für die Erreichung der Ziele brauche, bleibe auf der Strecke. Furrer nimmt damit die neue Milchkommission  ins Visier, die der Schweizer Bauernverband (SBV) unter Präsident Markus Ritter reaktivieren wird. 

Milchmarkt-Themen im Schweizer Bauer

Der «Schweizer Bauer» (SB) schreibt sehr gerne über Erfolgsgeschichten aus dem Schweizer Milchmarkt: Das Fest des Tête de Moine AOP (11.2.17), über 30 Fr. Stundenlohn bei Biobauer Hans Braun (4.2.), 1 Fr. Milchpreis durch Direktverkauf bei Reto Danner (28.1.), 83 Rp. in Raclette-AOP-Käserei (7.1.), Exporterfolg und über 80 Rp. beim Gruyère AOP (21.12.). Der SB wird aber weiterhin auf Unregelmässigkeiten hinweisen (z.B. Prolait mit 35% B-Milch à 32 Rp./kg im Februar) und nicht vergessen, dass der Milchpreis für ÖLN-Molkereimilch-Produzenten nach wie vor nicht kostendeckend ist. sal 

 


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