4.09.2015 06:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Bio Suisse
«Zurück zu den Bio-Wurzeln»
Bio Suisse will mit einem neuen Slogan Bioprodukte breiter positionieren. Dabei steht nicht mehr der Geschmack im Zentrum.

«Schweizer Bauer»: Bio Suisse hat einen neuen Slogan. Ist der bisherige «Bio Knospe. Bringt den Geschmack zurück» veraltet?
Daniel Bärtschi: Nein. Wir wollen mit dem neuen Slogan einfach auf mehr Aspekte des Biolandbaus hinweisen. Geschmack und Genuss sind nach wie vor wichtige Merkmale von Bioprodukten. Mit dem neuen Slogan wollen wir aber die Produkte breiter positionieren.

Der neue Werbespruch lautet «Bio Knospe. Mensch, Tier und Natur im Gleichgewicht». Damit steht nicht mehr das Produkt im Zentrum. Eine neue Strategie?
Wir sehen dies als umfassende Weiterentwicklung. Dem Nachhaltigkeitsgedanken soll das Gewicht beigemessen werden, das er in der Praxis hat. Das Motto lautet: Bei Bio ist nicht nur das Produkt sehr gut, sondern die ganze Wertschöpfungskette funktioniert nachhaltig.

Aber Fakt ist auch, dass der Konsument bezüglich Geschmack bei vielen Produkten keinen Unterscheid zwischen biologischen und konventionellen Produkten feststellt.
Fakt ist, dass die Richtlinien von Bio Suisse dafür sorgen, dass sich viele Knospe-Produkte geschmacklich abheben. Ein Knospe-Buttergipfeli beispielsweise enthält Schweizer Biobutter und nicht Palmöl – und das schmeckt man. Mit der Bio-Gourmet-Knospe-Auszeichnung beweisen Produzenten jedes Jahr, dass im Biobereich hervorragende Produkte hergestellt werden, welche auch mehr Geschmack bieten. Zudem beinhalten Bioprodukte oftmals auch weniger Zucker oder Salz, wodurch sie einen authentischeren Geschmack haben.  

Im neuen Spot setzen Bioprodukte, die in dramatische Schieflage geratene Erde wieder ins Gleichgewicht. Weshalb gerät die Welt ihrer Meinung nach derzeit aus den Fugen?
Wir müssen der nächsten Generation die Felder so übergeben, dass auch sie noch gesunde Nahrungsmittel herstellen können. Wir verbrauchen aber heute Ressourcen, die unseren Kindern und Grosskindern gehörten, hinterlassen dafür Müll, den sie aufzuräumen haben werden. Ein Beispiel ist derzeit der Glyphosateinsatz. Wir wollen hier dazu beitragen, dass Mensch, Tier und Natur wieder ins Gleichgewicht kommen.

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