10.04.2013 06:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter/Samuel Krähenbühl
AP 2017
AP 2017 - Ackerbauer verliert 460 Fr./ha
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) präsentierte am Montag die Verordnungsentwürfe zur Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017). Die Anhörung dauert bis zum 28. Juni. Im Herbst will der Bundesrat das Paket verabschieden.

Der Verordnungsentwurf bekräftigt den Kurs in Richtung Ökologisierung. Bei der sich noch in Kraft befindenden AP 2011 werden 2,213 Mrd. Fr. für die produktionsorientierten Direktzahlungen wie den allgemeinen Flächenbeitrag und die Tierbeiträge, hingegen 600 Mio. Fr. für ökologische Direktzahlungen bezahlt. Bei der AP 2017 soll es nur noch knapp die Hälfte, sprich 1,38 Mrd. Fr. für produktionsorientierte Direktzahlungen sein (1,081 Mrd. Fr. für Versorgungssicherheitsbeiträge, 299 Mio. Fr. für Übergangsbeiträge). Die ökologisch orientierten Beiträge hingegen betragen neu 1,434 Mrd. Fr.

Wird Ackerbau gestärkt?

Die AP 2017 soll den Ackerbau stärken, um die Kalorienproduktion trotz zusätzlichen ökologischen Leistungen aufrecht zu erhalten, betonten am Montag BLW-Direktor Bernard Lehmann und BLW-Vizedirektor Christian Hofer vor den Medien in Bern. Die Stärkung des Ackerbaus erfolgt aber nur relativ gegenüber dem Grünland. Denn unter dem Strich gibt es 460 Fr./ha Ackerland weniger. Neu gibt es nur noch 1200 Fr./ha Direktzahlungen (Beitrag für Versorgungssicherheit und offene Ackerfläche). Heute sind es 1660 Fr. (Flächenbeitrag und Beitrag für offene Ackerfläche).

Weiter senkt das BLW den Einzelkulturbeitrag für Raps oder Eiweisserbsen um 200 Fr./ha, jener für Zuckerrüben wird langfristig gar um 400 Fr. reduziert. Dem vom Parlament als Kann-Formulierung beschlossenen Beitrag für Futtergetreide erteilt das BLW eine Absage und senkt stattdessen den Zoll beim Brotgetreide, womit Wertschöpfung von rund 12 Mio. Fr. vernichtet wird.

Tierproduzenten verlieren bis zu 1500 Fr./ha

Die Tierproduzenten müssen sich auf noch grössere Einbussen von bis zu 1500 Fr./ha gefasst machen. Halten sie mindestens 60% Raufutterverzehrer der heutigen Förderlimite, wird ihnen neu für Grünland der Versorgungssicherheitsbeitrag von 900 Fr./ha entrichtet. Das ist aber weniger als der heutige Flächenbeitrag von 1020 Fr. Zudem werden die Raufutterverzehrerbeiträge gestrichen, die bei Rindern 690 Fr. pro GVE betrugen.

Die Inkraftsetzung der AP 2017 erfolgt grundsätzlich per 1.Januar 2014. Die Einführung der teilweisen Berücksichtigung der Inlandsleistung beim Fleischimport aber erfolgt erst 2016, die Einführung der zusätzlichen Hangneigungsstufe von über 50% und die Einführung von Hangbeiträgen im Talgebiet 2017.

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