16.06.2015 12:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Direktzahlungen
Bauernverband teilt Zufriedenheit des BLW nicht
Der Schweizer Bauernverband (SBV) teilt die «rosige» Beurteilung der neuen AP 14-14 durch das BLW nicht.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) stellte gestern Dienstag seine erste Beurteilung der Anfang 2014 in Kraft gesetzten AP 14-17 vor. Der SBV teile dessen Zufriedenheit nicht, heisst es in einer Mitteilung des Dachverbandes der Schweizer Bauern.

«Die AP 2014-17 ist für viele Bauernfamilien ein Grund der Sorge. Sie müssen schauen, wie sie erhebliche Einbussen bei den Direktzahlungen und damit Einkommensverluste mit neuen Leistungen mehr oder weniger auffangen können», schreibt der SBV. Der SBV habe deshalb in den letzten Monaten bei 2000 repräsentativ ausgewählten Betrieben eine Umfrage durch, um sich seinerseits ein Bild zur AP 2014-17 zu machen. Die Auswertung sei noch im Gange, aber bereits jetzt lasse sich sagen, dass diese Beurteilung weniger rosig als jene des BLW ausfallen werde.

Zu früh für Bilanz

Die neue AP 14-17 sei erst seit anderthalb Jahren in Kraft. «Sie wälzte das bisherige Direktzahlungssystem um und setzte völlig neue Anreize. Aus diesem Grund ist es schlicht unmöglich, bereits nach dieser kurzen Zeit die Veränderungen und Folgen bei den Landwirtschaftsbetrieben komplett zu erfassen», so der SBV. Vor allem, da andere Faktoren wie Produzentenpreise oder Witterungsbedingungen ebenfalls einen grossen Einfluss hätten: «Die höheren landwirtschaftlichen Einkommen 2014 waren in erster Linie auf die in diversen Sektoren guten Marktsituationen zurückzuführen.» Die neuen Programme brächten bei der Entwicklung und den Kontrollen hohen administrativen Aufwand mit sich.

Wie der SBV befürchtet habe, würden sie zudem einseitig die Extensivierung fördern. In der Talzone sei das Ziel, 65000 ha Biodiversitätsförderflächen zu erreichen mit 71000 ha bereits deutlich überschritten.

Auch im Berggebiet ist Produktion wichtig, da sonst auch die nachgelagerte Stufe abwandert. Da sämtliche Zahlungen an die Flächen gebunden seien, sinke deren Mobilität und es bestehe die Gefahr von steigenden Pachtzinsen.

Bürokratie vereinfachen

Der SBV begrüsst aber die Bestrebungen, dass der Bundesrat mit einem Projekt zur administrativen Entlastung der Landwirtschaft aktiv geworden ist. «Ebenfalls hat er mit seinen Vorschlägen für die Verordnungsanpassungen im Herbstpaket 2015 bereits in einigen Punkten Gegensteuer gegeben», heisst es in der Mitteilung des SBV weiter

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