20.06.2015 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
AP 14-17
«Einschätzung des BLW ein Affront»
«Die Schweizer Milchproduzenten teilen die schöngefärbten Einschätzungen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) zur Agrarpolitik 2014 – 2017 von dieser Woche nicht», heisst es in einer Mitteilung der Schweizer Milchproduzenten (SMP).

Für Milchproduzenten, die massive Einbussen bei den Direktzahlungen erlitten hätten, sei die Beurteilung des BLW sogar ein Affront. Mit der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro und dem Einbruch der Milchpreise habe sich die Lage für einen Grossteil der Milchbetriebe weiter drastisch verschärft, schreiben die SMP weiter. «Neben den daraus resultierenden Erlöseinbussen müssen Tausende von Milchproduzenten den Verlust von 5'000, 10'000 oder mehr Franken bei den Direktzahlungen verkraften», heisst es. Die Folgen der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro auf die Landwirtschaft und insbesondere auch auf die Milchproduzenten würden klein geredet oder gar verschwiegen.

Um diese zu korrigieren oder zumindest abzufedern, brauche es weitergehende Korrekturen, als im Agrarpaket Herbst 2015 vorgeschlagen. Auch die im Rahmen der Anhörung vorgeschlagenen Massnahmen zur administrativen Vereinfachung seien ungenügend und die Mehrheit von ihnen reduziere die Komplexität und den administrativen Aufwand der Landwirtschaftsbetriebe nicht oder nur marginal.

Die SMP verlangen deshalb zusammen mit dem Schweizer Bauernverband im Rahmen der Anhörung konkrete Massnahmen zur Vereinfachung der Programme, Massnahmen und Vorschriften und zur Reduktion des administrativen Aufwandes, die den Landwirten effektive Erleichterungen bringen.

Beim Programm «Graslandbasierte Milch und Fleischproduktion» (GMF) gebe es Zielkonflikte und Umsetzungsprobleme. Einseitige Rationen mit Wiesen- und Weidefutter könnten negative Auswirkungen auf das Tierwohl und die Milch- und Fleischqualität haben.


Das fordern die SMP

Die Schweizer Milchproduzenten SMP fordern insbesondere folgende Korrekturen:

  • Das aktuelle Minimum von 0.25 SAK für den Bezug von Direktzahlungen ist beizubehalten. Auch ein Faktor von mindestens 0.3 SAK wäre im Talgebiet angemessen.
  • Die Begrenzung der Biodiversitätsbeiträge auf die Hälfte der Fläche eines Betriebes begrüsst die SMP ausdrücklich; ebenso die vorgeschlagene Reduktion der Ansätze bei den extensiv genutzten Flächen, die sich allein schon aufgrund der veränderten Situation nach der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro aufdrängt.
  • Ganzpflanzenmais und Futterrüben sollen bei der Bilanz für GMF angerechnet werden können; die Umsetzung und die Kontrollen sind zu vereinfachen.
  • Der bestehende Spielraum zur Anpassungen der Zollansätze bei den Agrareinfuhrregelungen ist zu nutzen, um die neue Wechselkurssituation abzufedern.
  • Die Beiträge für besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme (BTS) und für regelmässigen Auslauf im Freien (RAUS) sind angemessen zu erhöhen.
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