27.03.2013 11:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Rosmarie Brunner-Zürcher
AP 2017
Erste Vorbereitungen für ein Referendum gegen die AP 2017
Eine Gruppe von Bauern lud am Palmsonntag zu einem Treffen gegen die Agrarpolitik 2014-2017 (AP 2017). Auch die Gegner des Tierseuchengesetzes wollen sich gegen die Agrarreform engagieren.

«Was ist los mit den Bauern? Fast alle kritisieren die AP 2017, aber nur wenig sind hier. Sind sie müde von der vielen Arbeit, haben sie resigniert oder sind sie einfach desinteressiert?» Mit Kopfschütteln reagierte Guido Schildknecht auf die kleine Anzahl Besucher, die am Palmsonntag den Weg ins luzernische Neuenkirch fand. Zusammen mit Landwirt Markus Müller aus Sempach hatte der Präsident der Vereinigung Hochstammobstbau die Tagung organisiert mit dem Ziel, das Referendum gegen die  AP 2017 vorzubereiten.

Daniel Trappitsch, Initiant des Referendums gegen das Tierseuchengesetz, hielt fest, dass er nicht Bauer sei und noch keine Zeit gehabt habe, sich in die Landwirtschaftspolitik zu vertiefen. Doch er befürchtet mit der neuen AP eine Entmündigung der Bauern, eine gefährliche Zentralisierung der Macht in Bern und das Wanken des Genmoratoriums.

Guido Schildknecht ist überzeugt, dass der Konsument keine Landwirtschaftsindustrie, sondern bäuerliche Familienbetriebe will. In seinem Referat bezeichnete er die 1985 eingeleitete Änderung hin zum System der Direktzahlungen als gescheitert: «Das Ziel war nie, möglichst viele Betriebe durch den sogenannten Strukturwandel eingehen zu lassen, sondern der Erhalt der Familienbetriebe.»

Paul Eberli, Landwirt aus Altwis, prangerte die Neuberechnung der SAK an. «Tiere brauchen Zeit, sie wollen gepflegt und gehegt sein.» Eberli kritisierte in Zusammenhang mit den straffer berechneten SAK, dass diese mitverantwortlich für die ökologische Verarmung seien.

Der Genfer Willy Cretegny legte seine Sicht der AP 2017 dar. Schweizer Bauern produzierten nach strengen ökologischen Vorschriften nachhaltige Lebensmittel. Deshalb dürfe es nicht sein, dass diese Produkte mit jenen aus ausländischer Produktion mit ungleich largeren Bestimmungen in direkter Konkurrenz stehen müssten. «Wir fordern, dass die Agrarpolitik die Produktion von Lebensmitteln zum Ziel hat und ein angemessener Schutz unserer Produkte errichtet bzw. erhalten wird», sagte der Mitinitiant der  Initiative «Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller.»

Konkrete Schritte beschloss die Versammlung an diesem Nachmittag noch nicht, man will abwarten und das weitere Vorgehen planen.

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