10.05.2013 08:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter
Ressourceneffizenz
Keine Beiträge für Antidriftdüsen
Unumstritten positiv zu werten bei der AP 2017 sind die Ressourceneffizenzbeiträge. Gefördert wird Direkt-, Mulch- und Streifensaat, aber auch die präzise Applikationstechnik in Obst-, Weinbau und Spezialkulturen.

Nebst Beiträgen für die Versorgungssicherheit, die Biodiversität, die Kulturlandschaft, das Tierwohl und die Landschaftsqualität sollen künftig auch Direktzahlungen für das  Ressourcenschonen entrichtet werden. Im Verordnungsentwurf zur AP 2017 sind Beiträge für Schleppschlauch und Co., für Direkt-, Streifen- und Mulchsaat und den Herbizidverzicht vorgesehen (siehe Tabelle). 

Applikation verbessern

Weiter will der Bund auch die präzise Applikation von Pflanzenschutzmitteln fördern. Dies, indem jeweils 200 Franken je Hektare erhält, wer driftreduzierende Spritzgeräte im Obst- und Weinbau oder wer im übrigen Pflanzenbau Unterblattspritztechik (Dropleg) einsetzt. Keine Beiträge gibt es  anders als erwartet für den Einsatz von Antidriftdüsen im Feldbau. Obschon mit ihnen der Spritzmittelaustrag deutlich verbessert wird, was verschiedene Studien belegen. Dazu kommt, dass auch ältere Spritzen umgerüstet werden können. Sprich mit Antidriftdüsen könnten die Landwirte mit einem vergleichsweise kleinen Aufwand viel Gutes für die Umwelt tun.

Unter das Blatt spritzen

Anders sieht es bei der Unterblattspritztechnik aus. Zwar hat sie einen unbestritten positiven Einfluss auf die Ausbringeffizienz. Doch ist die Technik noch sehr jung und wird in der Schweiz kaum angewendet. Dazu kommt, dass Dropleg nicht bei allen Kulturen eingesetzt wird. Am ehesten trifft man diese Technik im Gemüsebau an. So etwa bei Zwiebeln, Karotten oder Bohnen, aber auch bei Kartoffeln kann die Technik eingesetzt werden. 

Der Landtechnikhersteller Amazone etwa schreibt dazu: «Entwickelt wurde das System vor dem Hintergrund, dass bestimmte Probleme in Feld- und Gemüsekulturen mit Spritzungen ‹von oben› nicht zu lösen sind.» Dies beispielsweise, um versteckt sitzende Schädlinge oder Schaderreger besser zu treffen. Dazu kommt, dass die Unterblattspritzung nicht selten kombiniert mit Düsen, welche von oben applizieren, eingesetzt wird.

Düsen bereits verbreitet

Dass keine Beiträge für den Einsatz von Antidriftdüsen im Feldbau entrichtet werden, begründet das BLW wie folgt: «Die aufgelisteten driftreduzierenden Spritzgeräte kommen heute im Obst- und Weinbau zur Anwendung. Sollten aber weitere Geräte mit derselben driftreduzierenden Wirkung eingesetzt werden, sind wir gerne bereit, diese zu prüfen.»

Auf die Rückfrage, die Antidriftdüse gebe es doch schon, schreibt das Amt: «Antidriftdüsen bei Feldspritzen werden nicht unterstützt, da diese heute einer weit verbreiteten Technik entsprechen. Ressourceneffizienzbeiträge aber dienen der Einführung neuer Techniken.» Zudem sei der Einsatz kaum zu kontrollieren. Wohlgemerkt, Direkt-, Streifen- oder Mulchsaat gibt es schon bedeutend länger als Antidriftdüsen. Laut dem BLW bedürfen sie aber zusätzlicher Förderung, weil sie noch zu selten eingesetzt werden.

In der provisorischen Stellungnahme zur Direktzahlungsverordnung  fordert der Schweizerische Bauernverband (SBV) zwar keine finanzielle Unterstützung für den Einsatz von Antidriftdüsen im Feldbau. Vor der Ausarbeitung der Verordnung habe man einen entsprechenden Beitrag gefordert. Erstaunt sei man, dass das BLW dieser Forderung nicht nachgekommen sei, so der SBV. Intern prüfe er nun, in der Vernehmlassung die Forderung erneut zu stellen. Punkto Ressourceneffizienzbeiträgen fordert der SBV zudem  1000 Franken je Hektare Ackerbohnen, Eiweisserbsen und Lupinen mit Getreideeinsaat. Weiter soll künftig sparsame Bewässerungstechnik gefördert werden.

Lösen Programme ab

Die Ressourceneffizienzbeiträge lösen die heute vorherrschenden kantonalen Programme für Schleppschlauch, Direktsaat, Reduktion des Bodendrucks und so weiter ab. Anders als bei den meisten kantonalen Programmen muss der Landwirt sich nicht für mehrere Jahre einer Technik oder mehrerer Massnahmen verpflichten. Die Bundesbeiträge fliessen aber erst, wenn die kantonalen Programme auslaufen. Im Kanton Bern etwa erst ab dem Jahr 2015.

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