16.02.2013 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Standardarbeitskräfte
Keine SAK für Paralandwirtschaft
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) will die Standardarbeitskräfte (SAK) dem technischen Fortschritt anpassen. Die paralandwirtschaftlichen Tätigkeiten werden wohl nicht vor 2018 in die SAK-Werte aufgenommen.

Die SAK-Faktoren werden gebraucht, um den mittleren Arbeitskräftebedarf auf einem Betrieb zu berechnen. Es gibt SAK-Faktoren für die Fläche, für die Tiere, für die Erschwernisse wegen der Hangneigung, den biologischen Landbau und die Feldobstbäume. Im Rahmen der Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017) will das BLW diese SAK-Faktoren senken. «Vor 20 Jahren hat man noch mehr Zeit gebraucht, um eine Kuh zu füttern und zu melken. Der effektive Arbeitskräftebedarf auf dem Betrieb ist im Durchschnitt also von Jahr zu Jahr gesunken», begründet BLW-Vizedirektor Christian Hofer.

Doch das hat Konsequenzen: Die Betriebe haben mit gleichbleibender Bewirtschaftung weniger SAK, kleinere bekommen unter Umständen keine Direktzahlungen mehr, fallen unter die Gewerbegrenze und haben dadurch Nachteile bei Steuern, Erbgängen oder Bauverfahren. Immerhin korrigiert das BLW gegenüber dem ersten Vorschlag die Faktoren in drei Punkten etwas nach oben. Für Zuchtschweine gibt es nun wieder 0,03 und nicht nur 0,02 SAK pro Tier. Besonders steile Hänge mit Steillagen über 50% erhalten mit 0,05 gegenüber bisher 0,03 sogar mehr SAK pro ha. Steillagen von 35 bis 50% erhalten hingegen mit noch 0,025 SAK pro ha etwas weniger.

Keine SAK-Werte wird es für paralandwirtschaftliche Tätigkeiten wie Agrotourismus oder Direktvermarktung geben, wie es der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) in der Vernehmlassung zur AP 2017 gefordert hatte. Der SBLV argumentierte, dass diese oft von Frauen ausgeübten Tätigkeiten durch die Berücksichtigung von SAK-Werten endlich anerkannt werden sollten.

Doch gemäss BLW-Vizedirektor Hofer bleibt die Paralandwirtschaft in der AP 2017 punkto SAK-Faktoren zumindest im Moment noch aussen vor. «Ein vom Nationalrat überwiesenes Postulat von Nationalrat Leo Müller (CVP, LU) beauftragt nun den Bundesrat, einen Bericht zu den SAK-Faktoren abzuliefern und dabei auch auf die Frage einzugehen, ob es auch für paralandwirtschaftliche Tätigkeiten SAK-Faktoren braucht. Im Hinblick auf die AP 2018–2021 werden wir zu dem Thema eine Auslegeordnung machen», meint Hofer dazu. Dannzumal wolle das BLW dem Parlament auch darlegen, ob es Alternativen zu den SAK-Faktoren gebe.

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